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Ausdünnung des öffentlichen Verkehrs droht

Stellt der Kanton Bern zusätzliche Gelder für die Förderung der Energieeffizienz zur Verfügung, hat das seinen Preis: Das Angebot im öffentlichen Verkehr würde stark reduziert. Das macht der Regierungsrat in seiner Antwort auf eine Interpellation deutlich.

Hintergrund ist das neue Energiegesetz, das die bernischen Stimmberechtigten im Mai guthiessen. Es sieht Fördermassnahmen bei der Energieeffizienz vor. Die Regierung wollte diese Massnahmen mit einer Förderabgabe auf Strom finanzieren, doch dieses Ansinnen lehnte das Volk ab.

Im Juni überwies der Grosse Rat deshalb eine Motion aus dem EDU- Lager, wonach die 15 Millionen Franken aus der laufenden Rechnung des Kantons Bern finanziert werden müssen.

Die zuständige Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) sieht keine andere Möglichkeit, als das Geld bei den Abgeltungen für den regionalen Personenverkehr einzusparen. Denn das sei der mit Abstand grösste Posten der laufenden BVE-Rechnung, heisst es in der am Donnerstag publizierten Antwort auf eine Interpellation von Adrian Wüthrich (SP/Huttwil).

Flächendeckender Abbau

Die Abgeltungen werden aber nicht allein vom Kanton finanziert; Bund und Gemeinden zahlen mit. Die Abgeltungen an die Transportunternehmungen müssten deshalb um insgesamt 30 Millionen Franken reduziert werden, damit der Kanton 15 Millionen sparen könne, schreibt die Regierung.

Die Folge wäre ein flächendeckender Abbau beim öffentlichen Verkehr. Rund 30 Buslinien würden gestrichen. Zusätzlich müsste das Angebot auf rund 100 Linien - also etwa jeder dritten Linie - reduziert werden.

Grundsätzlich könnte dieser Abbau schon auf 2012 erfolgen, heisst es. Allerdings sei zu beachten, dass so kurzfristige Sparmassnahmen zu zahlreichen Entlassungen bei den Transportunternehmungen führen würden. Ein Angebotsabbau per 2012 wäre für die Regierung «aus wirtschaftlichen und sozialen Gründen äusserst problematisch».

SDA/js

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