Aufspaltung der BKW ist nicht vom Tisch

Stefan Schnyder, Leiter Ressort Wirtschaft, über das Wachstum der BKW.

Stefan Schnyder@schnyderlopez

Rechtsgutachten werden gelegentlich von Regierungen in Auftrag ge­geben, um ein missliebiges Thema vom Tisch zu wischen. Diesen Eindruck erhält man bei der Lektüre des Gutachtens, das der Berner Regierungsrat beim St. Galler Rechtsprofessor Peter Hettich in Auftrag gegeben hat. Er sollte prüfen, ob der Kanton per Gesetz der BKW eine Aufspaltung verordnen könne. Es ist eine Frage, die auch die ­Juristen der Verwaltung hätten – negativ – beantworten können.

Leider hat es die Regierung verpasst, den Grundgedanken der Motion aufzunehmen und von einem Ökonomen die Fragen beantworten zu lassen, ob eine Aufspaltung der BKW an­gezeigt ist und wie eine solche umgesetzt werden kann.

Eines ist klar: Es ist die BKW selbst, welche die Dringlichkeit dieser Frage laufend ­erhöht. Denn je grösser sie mit ihren Zukäufen wird, desto weniger lässt sich die Diskussion vermeiden. Denn die BKW kann nicht auf der einen Seite Monopolistin bei der Feinverteilung des Stroms sein. Und auf der anderen Seite den Markt der Ingenieurdienstleistungen mit ihrer Grösse ­aufmischen.

Es ist nachvollziehbar, wenn die Konkurrenten Wett­bewerbsverzerrungen befürchten. Rein betriebswirtschaftlich kann die Strategie der BKW erfolgreich sein. Aber je länger, desto weniger ist der Kanton Bern der ­richtige Mehrheits­aktionär dieses Unternehmens.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt