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Aufräumarbeiten im Berner Oberland dauern an

Die Hochwasserlage hat sich am Dienstag im Berner Oberland entschärft. Nun geht es ans Aufräumen, insbesondere in der besonders schwer getroffenen Region des Kandertals.

Die Kantonsstrasse zwischen Frutigen und Kandersteg sind nach heftigen Unwetter verschüttet und beschädigt.
Die Kantonsstrasse zwischen Frutigen und Kandersteg sind nach heftigen Unwetter verschüttet und beschädigt.
Keystone
Die Rega musste im Kandertal zahlreiche Evakuierungen durchführen. Die Helikopter waren mehrere Stunden im Einsatz.
Die Rega musste im Kandertal zahlreiche Evakuierungen durchführen. Die Helikopter waren mehrere Stunden im Einsatz.
zvg/Rega-Fotodienst
An der Kander entsprechen die Mengen aber einem alle 100 Jahre einmal vorkommenden Ereignis.
An der Kander entsprechen die Mengen aber einem alle 100 Jahre einmal vorkommenden Ereignis.
zvg, Leserreporter
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Er sei tief betroffen von dem, was er gesehen habe, sagte Feuerwehrkommandant Martin Allenbach am Dienstag vor den Medien in Frutigen. «Das trifft uns hart, auch wenn wir Naturereignisse gewohnt sind».

Nach den Schneefällen vom Wochenende sorgten ein Wärmeeinbruch und Regen vielerorts im Berner Oberland für Hochwasser. Im Kandertal erreichten die Fluten Jahrhundertwerte. Arg gewütet haben die Wasser der Kander im Gebiet Kandergrund/Mitholz und im dünn besiedelten Gasterntal oberhalb von Kandersteg.

Die meisten Evakuationen konnten am Dienstag wieder aufgehoben werden. Im Raum Kandergrund/Mitholz wurden 12 bis 15 Häuser beschädigt, drei bis fünf davon schwer. Im Gasterntal wurden noch am Dienstag letzte Personen und Tiere ausgeflogen. Menschen und Tiere kamen glücklicherweise keine zu Schaden.

Armee und Zivilschutz helfen bei den inzwischen an den meisten Orten angelaufenen Räumungsarbeiten. In den Dörfern tragen die Menschen Eimer um Eimer Wasser und Schlamm aus den Häusern. Von überall her erreichen die betroffenen Gemeinden Hilfsangebote. «Wir sind sehr dankbar und versuchen nun, die Hilfe zu koordinieren», sagte Allenbach.

Zug Frutigen-Kandersteg erst ab 22. Oktober

Grosse Zerstörung richtete die wild gewordene Kander an Strasse und Schiene zwischen Kandersteg und Frutigen an. Die Bahn wurde auf mehreren hundert Metern Länge unterspült und überflutet, wie BLS- Sprecher Hugo Wyler sagte. Die Bahnverantwortlichen rechnen mit Schäden von fünf bis sechs Millionen Franken.

Die Strecke dürfte erst am 22. Oktober wieder in Betrieb gehen. Bis dahin ist Kandersteg mit der Bahn vom Wallis aus erreichbar.

In den kommenden Tagen bleibt auch die Strasse zwischen Frutigen und Kandersteg gesperrt. Wenn möglich soll sie ab Freitag behelfsmässig wieder geöffnet werden. Stark beschädigt wurde der Mitholz-Tunnel. Dort haben die Fluten den gesamten Strassenbelag weggerissen.

Die Betonkonstruktion des Tunnels sei aber unbeschädigt und der Tunnel sicher, betonte Kreisoberingenieur Markus Wyss vor den Medien. Eine Brücke unterhalb des Tunnels sei am Montag von angeschwemmten Bäumen und Geröll verstopft worden, so dass das Wasser zurückstaute.

Oberhalb des Tunnels trat die Kander in der Folge über die Ufer und ergoss sich durch den Tunnel ins Dorf Mitholz.

Weiterhin nicht befahrbar waren am Dienstag die Bahnstrecken zwischen Zweilütschinen und Lauterbrunnen und zwischen Brienz und Meiringen. In beiden Tälern verkehrten aber Bahnersatzbusse.

Die Schynige Platte-Bahn werde am Mittwoch ihren Betrieb mit eingeschränkter Kapazität wieder aufnehmen, teilten die Berner Oberland-Bahnen mit. Dort war die Trafostation in Wilderswil überschwemmt worden.

Schäden in Millionenhöhe

Einen vollständigen Überblick über alle Schäden im Kandertal haben die Behörden noch nicht. Deshalb sei es noch zu früh, um genauere Schadensummen zu nennen. Klar sei aber, dass die Schäden in die Millionen gingen, betonten Behördenvertreter am Dienstag in Frutigen.

Ein kleiner Lichtblick in der Misere seien die Wasserbaumassnahmen, die nach dem letzten grossen Hochwasser 2005 entstanden sind, bilanzierte Ueli Schneider vom zuständigen Krisenstab. Als Beispiel führte Schneider den in Reichenbach seinerzeit installierten Geschiebesammler an. Dieser sei randvoll und habe Schlimmeres verhindern können.

SDA/js/mau

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