Zum Hauptinhalt springen

Aufatmen in Skigebieten, Chaos auf den Strassen

Auf der Piste ist der Schnee beliebt, auf der Strasse weniger. Bis Sonntagabend kam es im Kanton Bern zu über 150 Unfällen. Dank des Wintereinbruchs öffnen im Oberland auch tiefer gelegene Ski-Pisten.

Der Neuschnee sorgte auch für Arbeit: Eine Schneefräse der Gemeinde Habkern räumt im Dorf eine Strasse.
Der Neuschnee sorgte auch für Arbeit: Eine Schneefräse der Gemeinde Habkern räumt im Dorf eine Strasse.
Fritz Lehmann

Der langersehnte Schnee und die tiefen Temperaturen vom Wochenende haben in den Wintersportorten im Oberland für ein grosses Aufatmen gesorgt. Bis Weihnachten versuchten die Bahnbetreiber, mit Kunstschnee nachzuhelfen, um wenigstens einige Kilometer Piste zu öffnen.

Jetzt hat Petrus aber doch noch Erbarmen gezeigt: Laut dem schweizerischen Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) fielen in den vergangenen drei Tagen im Oberland bis zu 60 Zentimeter Neuschnee. «Es ist perfekt», sagt etwa Urs Pfenninger, Tourismusdirektor von Adelboden-Frutigen.

Zudem werde es nun kalt und sonnig. «Wahrscheinlich steht uns eine traumhafte Woche bevor.» Die Pistenfahrzeuge seien unterwegs. Laufend könne man mehr Pisten öffnen, so Urs Pfenninger.

Vom Neuschnee profitieren auch kleinere und tiefer gelegene Wintersportgebiete. In Beatenberg etwa nahm gestern um 13 Uhr der Skilift Howald seinen Betrieb auf, und der Skilift Habkern–Sattelegg läuft ab heute, 13 Uhr.

Zuversichtlich für Weltcup

Aufatmen hiess es auch bezüglich der beiden Oberländer Skiweltcuprennen. Hans Pieren, Rennchef in Adelboden, sagte gegenüber dem «SonntagsBlick»: «Von Donnerstag bis Samstagmorgen hatten wir derart tiefe Temperaturen, dass wir mit den Kanonen 500 Kubikmeter Schnee produzieren konnten.»

Dank des Naturschnees und der prognostizierten kalten Temperaturen ist Pieren zuversichtlich im Hinblick auf die Rennen vom 10. und 11. Januar. Und auch in Wengen, wo ab dem 16. Januar die Lauberhornrennen stattfinden, fiel viel Neuschnee, und die Schneekanonen laufen auf Hochtouren.

Mit dem Neuschnee stieg aber auch die Lawinengefahr: Gestern warnte das SLF vor einer teilweise grossen Lawinengefahr in den Alpen, besonders im Unterwallis. Seit gestern 17 Uhr stuft das SLF die Lawinengefahr landesweit als erheblich ein.

Zahlreiche Unfälle

Der erste grosse Schnee hat in der Schweiz und im Kanton Bern am Wochenende aber auch zu etlichen Unfällen geführt. In der Nacht auf Samstag sowie im Verlauf des Samstagvormittags gingen bei der Kantonspolizei Bern bis 12 Uhr insgesamt 59 Meldungen zu Unfällen ein. 18 davon ereigneten sich auf Autobahnen. In den meisten Fällen blieb es bei Sachschaden, teilte die Polizei mit.

Bei 5 Unfällen wurden jedoch sechs Personen verletzt und mussten mit Ambulanzen ins Spital gebracht werden. Der schlimmste Vorfall passierte in Reichenbach. Dort kam ein Auto von der Strasse ab, fuhr einen Abhang hinunter und überschlug sich. Zwei der drei Insassen wurden dabei verletzt.

In Bittwil in der Gemeinde Rapperswil fuhr derweil ein Milchlastwagen frontal gegen einen Baum. Der leicht verletzte Chauffeur wurde ins Spital gebracht. In Fraubrunnen sowie in der Stadt Bern kam es zudem zu zwei Stürzen von Motorradfahrern. In beiden Fällen wurden die Lenker ins Spital gebracht. Auf der A6 schliesslich kollidierte ein Auto auf der Ausfahrt Kiesen mit einem Brückenpfeiler, und die Lenkerin wurde zur Kontrolle ins Spital gebracht.

Seit Samstagmittag habe sich die Situation auf den Strassen leicht beruhigt, sagte ein Sprecher der Kantonspolizei. Trotzdem kam es bis gestern 16.30 Uhr zu weiteren 90 Unfällen. Unter anderem wurden bei einer Frontalkollision in Lamboing bei Biel gestern Mittag drei Personen verletzt. Bei zwei weiteren Unfällen musste je eine Person mit einer Ambulanz ins Spital gebracht werden.

(BO)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch