Auch das Jahr 2019 ist ein mögliches Abschaltdatum

Die BKW entscheidet bis Ende Jahr, ob sie in Nachrüstungen für das AKW Mühleberg investiert. Nun kommt als Abschaltdatum das Jahr 2019 ins Spiel.

Vor heiklem Entscheid: BKW-Präsident Urs Gasche.

Vor heiklem Entscheid: BKW-Präsident Urs Gasche.

(Bild: Andreas Marbot)

Stefan Schnyder@schnyderlopez

2017, 2022, 2026 und 2032. Das war bislang die Liste der möglichen Abschaltdaten des AKW Mühleberg. Neu kommt nun das Jahr 2019 dazu. Wie der «Bund» gestern berichtete, hat die BKW-Spitze die Atomaufsichtsbehörde Ensi ersucht, über das Abschaltdatum 2019 eine Diskussion zu führen.

BKW-Präsident Urs Gasche bestätigte gestern den Bericht. Er betont aber: «Es ist eigentlich nichts Neues. Ich habe schon nach dem Bundesgerichtsentscheid im Frühling gesagt, dass wir neben der Abschaltung im Jahr 2017 und der vollen Nachrüstung mit einem Weiterbetrieb bis 2026 eine mittlere Option prüfen», betont er. Bislang sei er davon ausgegangen, dass letztere auf ein Abschaltdatum 2022 hinauslaufen würde.

Gasche betont, dass es nicht der BKW-Verwaltungsrat gewesen sei, der das neue Datum ins Spiel gebracht habe. «Die operative Führung der BKW ist offenbar bei ihren Abklärungen zum Schluss gekommen, dass das Abschaltdatum 2019 eine mögliche Option ist», erklärt Gasche. Er kann durchaus nachvollziehen, dass die Projektverantwortlichen ein neues Datum prüfen: «Es ist vielleicht die bessere Variante, wenn wir gewisse Nachrüstungen vornehmen und erst im Jahr 2019 abschalten, als das AKW ohne grosse Investitionen bis ins Jahr 2017 weiterzubetreiben.» Es fügt an, dass es nicht darum gehe, mit dem Ensi über Sicherheit zu verhandeln.

Der Verwaltungsrat will seinen Entscheid über die allfälligen Nachrüstungen noch in diesem Jahr fällen. «Ich habe keine Indizien, dass es nicht reichen sollte», erklärt Gasche.

Die SP kritisierte gestern das Vorgehen der BKW. Sie verlangt einen «Stopp für den AKW-Poker» und eine sofortige Stilllegung des AKW.

Berner Zeitung

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