Asyl: Kommission stimmt Zusatzkredit nur knapp zu

Die Sicherheitskommission des Grossen Rates sagt zähneknirschend Ja zum zweiten Zusatzkredit von 4 Millionen Franken für die Betreuung und Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden.

Die Sicherheitskommission des Grossen Rates begrüsst, dass eine Wirkungsanalyse über das Betreuungs- und Unterbringungskonzept von unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden durchgeführt wird. (Symbolbild)

Die Sicherheitskommission des Grossen Rates begrüsst, dass eine Wirkungsanalyse über das Betreuungs- und Unterbringungskonzept von unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden durchgeführt wird. (Symbolbild) Bild: Keystone

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In der Märzsession entscheidet der Grosse Rat über einen weiteren Zusatzkredit für die Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden (UMA) für 2015. Die Sicherheitskommission befürwortet die 4,2 Millionen Franken nur mit einer knappen Mehrheit, wie sie am Mittwoch mitteilte: 9 Mitglieder sind dafür, 8 dagegen.

Die Mehrheit ist überzeugt, dass das 2015 vom Grossen Rat beschlossene spezielle Betreuungsmodell ein wertvoller Beitrag für die Integration von Kindern und Jugendlichen ist. Es sei wichtig, die Jugendlichen von Anfang an auf eine Berufsausbildung und auf ein selbstständiges Leben in der Schweiz vorzubereiten.

Die Minderheit bezweifelt hingegen, dass das Modell der speziellen Unterbringung und Betreuung der UMA sinnvoll ist. Die Kosten von über 5000 Franken pro Monat und Person seien zu teuer, und die intensive Betreuung helfe nicht, Folgekosten für die Sozialhilfe zu vermeiden. Zudem zeigt sie sich besorgt über die steigende Anzahl UMA aus Eritrea. Die gesamte Kommission begrüsst deshalb, dass im Sommer eine Wirkungsanalyse über das Betreuungs- und Unterbringungskonzept von UMA durchgeführt wird. Ursprünglich hatte der Grosse Rat für 2015 und 2016 je 3,6 Millionen Franken für die Betreuung von UMA genehmigt und war von 72 Kindern und Jugendlichen ausgegangen. Bereits letzten März stockte er diese Beträge um je 3,3 Millionen Franken auf. Er ging von einem durchschnittlichen Bestand von 140 Kindern und Jugendlichen aus, im 2015 waren es aber durchschnittlich 226. Aktuell ist die zuständige Zentrum Bäregg GmbH für rund 500 UMA zuständig. (Berner Zeitung)

Erstellt: 24.02.2016, 16:19 Uhr

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