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«Allianz der Vernünftigen» wirbt für Transitplatz in Wileroltigen

Ein fester Transitplatz für Fahrende im Kanton Bern würde zahlreiche Probleme lösen. Deshalb wirbt ein breit abgestütztes Komitee für ein Ja zum Transitplatz in Wileroltigen.

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Simon Röthlisberger von der Fahrenden-Stiftung (rechts) und Marc Meichtry, Gemeindepräsident von Brügg bei Biel, werben für ein Ja.
Simon Röthlisberger von der Fahrenden-Stiftung (rechts) und Marc Meichtry, Gemeindepräsident von Brügg bei Biel, werben für ein Ja.
Keystone

Ein breit abgestütztes Komitee wirbt für ein Ja zum Transitplatz Wileroltigen. Ein fester Platz für ausländische Fahrende nütze allen, betonten Komitee-Vertreter am Dienstag vor den Medien in Bern. Das Problem der irregulären Landnahmen liesse sich so entschärfen.

Die Vorlage kommt im Kanton Bern am 9. Februar vors Volk. Die Junge SVP hatte das Referendum gegen den Kredit ergriffen. Für 3,3 Millionen Franken soll südlich des Autobahn-Rastplatzes Wileroltigen ein Transitplatz für Fahrende aus dem Ausland erstellt werden. Das Bundesamt für Strassen stellt das Grundstück zu Verfügung.

Fixe Plätze gibt es im Kanton Bern bislang nur für Schweizer Fahrende. Das führe dazu, dass sich ausländische Fahrende auf der Durchreise immer wieder irregulär Land nähmen, hält das Komitee fest. Mit einem offiziellen Transitplatz liesse sich das Problem entschärfen, wie die Erfahrungen in anderen Kantonen zeigten.

Der Standort an der Autobahn Bern-Murten sei optimal gelegen. Er sei über einen Kilometer vom Dorf Wileroltigen entfernt und nur ab Autobahn zu erreichen. Der Transitplatz mit 36 Stellplätzen liege zwischen Deutsch- und Westschweiz - dort wo die meisten ausländischen Fahrenden Station machten.

Klare Regeln

Ein fester Transitplatz ermögliche klare Regeln und verbindliche Abmachungen, sagte Simon Röthlisberger, Geschäftsführer der Stiftung Zukunft für Schweizer Fahrende. Ein Platzreglement ordne das Zusammenleben vor Ort und mit der Nachbarschaft, die Aufenthaltsdauer und die Abfallentsorgung. Wichtig sei zudem, dass sich der Kanton um den Betrieb kümmere. Das entlaste die Gemeinden.

Die Nutzung des Platzes sei im übrigen nicht gratis. Die Fahrenden müssten für ihren Aufenthalt sowie für Wasser, Strom und Abfallentsorgung eine Gebühr zahlen. Im Komitee «Ja zum geregelten Transitplatz für Fahrende» engagieren sich Politikerinnen und Politiker aller grossen Parteien mit Ausnahme der SVP. Ein Ja empfehlen auch Kulturschaffende, Vertreter von Landeskirchen und mehr als ein Dutzend Mitglieder von Gemeinderäten.

Keine Solidarität unter Gemeinden

Einer von ihnen ist Marc Meichtry, Gemeindepräsident von Brügg bei Biel. Er ist Mitglied einer Ortspartei, die «weder links noch rechts» steht, wie er vor den Medien versicherte. Seine Gemeinde sei in den letzten Jahren Dutzende Male von ausländischen Fahrenden besucht worden.

Schliesslich habe der Gemeinderat beschlossen, für zwei Jahre freiwillig einen Transitplatz zu schaffen. «Der Betrieb war anstrengend, aber möglich.» Er habe gehofft, dass sich einige Gemeinden fänden, die im Rotationsprinzip freiwillig vorübergehende Standplätze anböten.

Doch er sei wohl zu blauäugig gewesen. Die erhoffte Solidarität unter Gemeinden sei ausgeblieben. Deshalb setzte er sich heute für die Lösung in Wileroltigen unter Federführung des Kantons ein. Sollte sich allerdings herausstellen, dass der Transitplatz dauerhaft zu Problemen für die Bevölkerung von Wileroltigen führe, werde er sich für die Schliessung einsetzen.

Rechtliche Verpflichtung

Für Simon Röthlisberger von der Fahrenden-Stiftung ist das Ja-Komitee eine «Allianz der Vernünftigen». Schliesslich sei der Bau von Halteplätzen auch für den Kanton Bern eine rechtliche Verpflichtung.

Mit dem Bau des Transitplatzes Wileroltigen könne der Kanton seiner Pflicht nachkommen. Laut Röthlisberger wäre es schweizweit der dritte langfristig gesicherte Transitplatz, der ausschliesslich für ausländische Fahrende reserviert ist - nach den Plätzen in Sâles FR und Domat/Ems GR. Nötig seien zehn bis zwölf grössere Plätze.

(SDA)

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