Allemann und Aebischer sind Favoriten für Rickenbacher-Nachfolge

Die SP will ihren Sitz und damit die rot-grüne Regierungsmehrheit verteidigen. Namen nennt die Partei keine. Laut Insidern sind die Nationalräte Matthias Aebischer und Evi Allemann die Favoriten.

Matthias Aebischer und Evi Allemann wären nicht abgeneigt, im Regierungsrat Einsitz zu nehmen.

Matthias Aebischer und Evi Allemann wären nicht abgeneigt, im Regierungsrat Einsitz zu nehmen.

(Bild: Susanne Keller, Keystone)

Tobias Habegger@TobiasHabegger

Auch wenn SP-Regierungsrat Andreas Rickenbacher die Öffentlichkeit mit seiner Rücktrittsankündigung überraschte – seine Partei verhandelt bereits sei längerem über seine Nachfolge. SP-Kantonalpräsidentin Ursula Marti sagt, die SP trete bei der Ersatzwahl sicher an. Mit wem, lässt sie offen. «Wir haben viele Personen, die das nötige Profil erfüllen.» Infrage kämen nationale oder kantonale Politikerinnen und amtierende Exekutivmitglieder.

Nationalräte nicht abgeneigt

Bei den kantonalen Politikern haben der 2014 wegen Amtszeitbeschränkung aus dem Grossen Rat zurückgetretene Markus Meyer und SP-Fraktionschef Michael Aebersold gute Karten. Beide wollten sich am Mittwoch nicht äussern. «Eine Kandidatur würde mich reizen, das muss ich mir überlegen», sagt dagegen Adrian Wüthrich. Vorerst will sich der Grossrat, Huttwiler Gemeinderat und designierte Travail-Suisse-Präsident aber auf seine Nationalratskandidatur konzentrieren.

Daran, dass die SP den Regierungssitz halten kann, zweifelt parteiintern niemand – falls sich die Bürgerlichen nicht auf eine Kandidatur einigen. Als Topfavoriten gelten laut Insidern die amtierenden SP-Nationalräte Evi Allemann und Matthias Aebischer.

«Das Amt würde mich reizen», betont Allemann. «Doch einen solchen Entschluss trifft man nicht von heute auf morgen.» Der Entscheid habe Auswirkungen auf die Familie. Allemann ist vor wenigen Tagen zum zweiten Mal Mutter geworden. «Und es ist eine Weichenstellung, ob ich weiter in der Politik bleibe oder eine andere Richtung einschlagen will.» Sie werde sich eine Kandidatur in Ruhe überlegen. Im Zentrum stehe nun die Wiederwahl als Nationalrätin.

Ähnlich argumentiert Matthias Aebischer, der nach eigener Angabe im Herbst ein gutes Wahlresultat erzielen will. Je nach Ausgang der Nationalratswahlen werde er jedoch über eine Regierungsratskandidatur nachdenken. «Das ist ein attraktiver Job, das müsste ich mir gut überlegen, ob ich ins Rennen steigen will.»

Weitere Vakanzen 2018

Allenfalls kann sich Aebischer dies auch noch später überlegen. Denn spätestens 2018 wird die SP zwei weitere Vakanzen haben. Sowohl Baudirektorin Barbara Egger als auch Gesundheitsdirektor Philippe Perrenoud werden bei den nächsten kantonalen Wahlen voraussichtlich nicht mehr antreten. Während Egger auf Anfrage einen vorzeitigen Rücktritt ausschliesst, lässt Perrenoud dies offen. SP-Präsidentin Marti will nicht spekulieren. «Wir gehen Schritt für Schritt vor. Zentral ist nun die Ersatzwahl.»

Berner Zeitung

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