Alle warten auf Luginbühls Entscheid

Der Bisherige Hans Stöckli (SP) will im Ständerat eine dritte Legislatur anhängen, was die Grünliberale Kathrin Bertschy motiviert, ebenfalls anzutreten. Die Grünen werden mit Bernhard Pulver oder Regula Rytz kommen.

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Die Bisherigen Hans Stöckli (SP) und Werner Luginbühl (BDP) machten es lange spannend. Gegen Ende Jahr wollten sie bekannt geben, ob sie für die Ständeratswahlen 2019 nochmals in die Hosen steigen.

Nun lüftete Stöckli sein Geheimnis: Er will noch mal. Er sei top motiviert für eine dritte Legislatur in der kleinen Kammer. Entscheidend beeinflusst haben dürfte ihn die Nomination der SP-Bundeshausfraktion fürs Ständeratspräsidium 2020.

Selbstredend zeigte sich die SP Kanton Bern in einer Mitteilung sehr erfreut über Stöcklis Entscheid. Denn dadurch – diese Prognose sei gewagt – dürfte die Verteidigung des Ständeratssitzes für die SP praktisch zum Selbstläufer werden.

Keinem anderen Berner Genossen wird es zugetraut, so viele Stimmen bis weit ins bürgerliche Lager zu holen, zumal sich die SP bei Majorzwahlen generell schwertut. Vor Stöckli war es nur der heutigen Bundesrätin Simonetta Sommaruga gelungen, ein Mandat im Ständerat zu erobern.

Auch Bertschy will

Neben Stöckli und den Nationalrätinnen Christa Markwalder (FDP) und Marianne Streiff (EVP) wurde zudem eine vierte Kandidatur bekannt: GLP-Nationalrätin Kathrin Bertschy hat im «Bund» ihre Ambitionen angekündigt. Auch die SVP wird antreten, mit wem, ist noch offen.

Bertschy versteht ihre Offensive auch als Reaktion auf SP-Veteran Hans Stöckli. Sie befürchtet, dass die Berner Delegation im Ständerat rein männlich bleibt, sofern auch Luginbühl antritt. «Der Kanton Bern wird, was Alter und Geschlecht angeht, nicht ideal vertreten», so Bertschy im «Bund».

Der Linken fehlt bis jetzt eine Frauenkandidatur. Deshalb wird es interessant, wen die Grünen ins Ständeratsrennen schicken. Laut Grossrätin und Co-Parteipräsidentin Natalie Imboden werden die Grünen 2019 eine Ständeratskandidatur stellen.

Traditionell bilden sie für die Ständeratswahl mit der SP ein Ticket, um zu verhindern, dass die Berner Standesstimme rein bürgerlich wird. In der Vergangenheit spielten etwa der Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried, Gemeinderätin Franziska Teuscher oder Regierungsrätin Christine Häsler diese Rolle.

Pulver oder Rytz?

Als grüner Kandidat infrage käme Alt-Regierungsrat Bernhard Pulver, der vor zehn Tagen zum Verwaltungsratspräsidenten des Inselspitals berufen wurde. Er will sich eine Ständeratskandidatur trotzdem überlegen.

Eine Kandidatur Pulver würde aber heissen, dass die Linke mit einem reinen Männerticket anträte. Nationalrätin Regula Rytz, nationale Präsidentin der Grünen, hält auf Anfrage fest, dass sie als Ständeratskandidatin zur Verfügung stünde. Die Grünen nominieren am 15. Januar.

phm/jsz

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