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AKW Mühleberg vom Netz: Abstimmungskampagne lanciert

Am 18. Mai stimmt die Berner Bevölkerung über eine Volksinitiative ab, die verlangt, dass das AKW Mühleberg sofort vom Netz soll. Ein überparteiliches Komitee hat am Mittwoch seinen Abstimmungskampf lanciert.

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Der Kernmantel des AKW Mühleberg.
Der Kernmantel des AKW Mühleberg.
Grafik sas/ Quelle Ensi
Die Stadt Bern sagt mit 55,6 % Ja zur sofortigen Abschaltung des AKW Mühleberg.
Die Stadt Bern sagt mit 55,6 % Ja zur sofortigen Abschaltung des AKW Mühleberg.
Ein überparteiliches Komitee will das AKW Mühleberg per sofort vom Netz haben.
Ein überparteiliches Komitee will das AKW Mühleberg per sofort vom Netz haben.
Keystone
Das letzte Wort hat nun das Berner Stimmvolk am 18. Mai.
Das letzte Wort hat nun das Berner Stimmvolk am 18. Mai.
Keystone
Feierliche Ankündigung des letzten Akts der Berner AKW-Geschichte: CEO Suzanne Thoma (links) und Verwaltungsratspräsident Urs Gasche erklären am 30. Oktober 2013, warum Mühleberg 2019 vom Netz gehen wird.
Feierliche Ankündigung des letzten Akts der Berner AKW-Geschichte: CEO Suzanne Thoma (links) und Verwaltungsratspräsident Urs Gasche erklären am 30. Oktober 2013, warum Mühleberg 2019 vom Netz gehen wird.
Beat Mathys
Seit der Katastrophe in Fukushima fordern Atomgegner, dass das AKW Mühleberg vom Netz muss. Dies will die BKW 2019 realisieren. Im Bild eine Demonstration zum Jahrestag von Fukushima im März 2012.
Seit der Katastrophe in Fukushima fordern Atomgegner, dass das AKW Mühleberg vom Netz muss. Dies will die BKW 2019 realisieren. Im Bild eine Demonstration zum Jahrestag von Fukushima im März 2012.
Iris Andermatt
Der Verzicht auf die Investitionen für einen Langzeitbetrieb reduziert gemäss BKW das unternehmerische Risiko wesentlich.
Der Verzicht auf die Investitionen für einen Langzeitbetrieb reduziert gemäss BKW das unternehmerische Risiko wesentlich.
Andreas Blatter
Entlassungen soll es laut BKW keine geben: Blick in den offenen Reaktor anlässlich einer järlichen Revision.
Entlassungen soll es laut BKW keine geben: Blick in den offenen Reaktor anlässlich einer järlichen Revision.
Reuters
Am Tag der offenen Tür auf der Baustelle des Atomkraftwerks Muehleberg am 12. September 1970. Das Kernkraftwerk wurde 1972 in Betrieb genommen und ist somit 40 Jahre in Betrieb.
Am Tag der offenen Tür auf der Baustelle des Atomkraftwerks Muehleberg am 12. September 1970. Das Kernkraftwerk wurde 1972 in Betrieb genommen und ist somit 40 Jahre in Betrieb.
Keystone
Im August 2013 fand die alljährliche Revision statt, bei der 600 Personen mitarbeiten. In einheitlicher Unterwäsche.
Im August 2013 fand die alljährliche Revision statt, bei der 600 Personen mitarbeiten. In einheitlicher Unterwäsche.
Beat Mathys
An Ostern 2012 hat das Bundesgericht dem AKW Mühleberg im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens eine unbefristete Betriebsbewilligung erteilt.
An Ostern 2012 hat das Bundesgericht dem AKW Mühleberg im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens eine unbefristete Betriebsbewilligung erteilt.
Keystone
Nach dem Entscheid küdigte Rainer Weibel, Anwalt der AKW-Gegner, an, weiter zu kämpfen.
Nach dem Entscheid küdigte Rainer Weibel, Anwalt der AKW-Gegner, an, weiter zu kämpfen.
Beat Mathys
Doris Leuthard äusserte sich zufrieden über das Urteil: «Endlich herrscht Klarheit.»
Doris Leuthard äusserte sich zufrieden über das Urteil: «Endlich herrscht Klarheit.»
Keystone
Protest von Mühleberg-Gegnern vor dem Bundesgericht in Lausanne. Die Richter erteilten dem AKW am Gründonnerstag eine unbefristete Betriebsbewilligung.
Protest von Mühleberg-Gegnern vor dem Bundesgericht in Lausanne. Die Richter erteilten dem AKW am Gründonnerstag eine unbefristete Betriebsbewilligung.
Dominik Balmer
Suzanne Thoma, die neue BKW-Chefin, sieht dem Bundesgerichtsentscheid zum AKW Mühleberg gelassen entgegen. Eine rasche Abschaltung werde es nicht geben, unabhängig vom Entscheid des höchsten Gerichts am kommenden Gründonnerstag.
Suzanne Thoma, die neue BKW-Chefin, sieht dem Bundesgerichtsentscheid zum AKW Mühleberg gelassen entgegen. Eine rasche Abschaltung werde es nicht geben, unabhängig vom Entscheid des höchsten Gerichts am kommenden Gründonnerstag.
Keystone
Das Berner AKW Mühleberg heizt besonders seit Fukushima die Diskussionen an.
Das Berner AKW Mühleberg heizt besonders seit Fukushima die Diskussionen an.
Keystone
Barbara Egger-Jenzer kämpft auch 2013 noch an vorderster Front.
Barbara Egger-Jenzer kämpft auch 2013 noch an vorderster Front.
Markus Hubacher
Unzählige Proteste der Bevölkerung verdeutlichten in den vergangenen Jahren die Problematik, wie hier zum 40. Geburtstag des Kraftswerks im November 2012.
Unzählige Proteste der Bevölkerung verdeutlichten in den vergangenen Jahren die Problematik, wie hier zum 40. Geburtstag des Kraftswerks im November 2012.
Claudia Salzmann
Im Oktober 2012 wurde das AKW von der Ensi als «durschnittlich» eingestuft. Im Bild die Experten der OSART-Mission, die das AKW begutachtet haben. Georg Schwarz (links) war Beobachter des Eidgenössischen Nuklearinspektorats.
Im Oktober 2012 wurde das AKW von der Ensi als «durschnittlich» eingestuft. Im Bild die Experten der OSART-Mission, die das AKW begutachtet haben. Georg Schwarz (links) war Beobachter des Eidgenössischen Nuklearinspektorats.
Stefan Anderegg
Die Grünen um Franziska Teuscher fordern einmal mehr Mühlebergs Abschaltung.
Die Grünen um Franziska Teuscher fordern einmal mehr Mühlebergs Abschaltung.
Christian Pfander
Martin Saxer, neuer Chef des AKW Mühleberg, zeigt sich auch im Juni 2012 noch zuversichtlich, dass der Betrieb bis 2022 fortgeführt wird.
Martin Saxer, neuer Chef des AKW Mühleberg, zeigt sich auch im Juni 2012 noch zuversichtlich, dass der Betrieb bis 2022 fortgeführt wird.
Beat Mathys
Auch im Jahr 2012 wurde zum Jahrestag von Fukushima demonstriert.
Auch im Jahr 2012 wurde zum Jahrestag von Fukushima demonstriert.
Reuters
Im Februar 2012 kam die Initiative «Mühleberg vom Netz» offiziell zu Stande.
Im Februar 2012 kam die Initiative «Mühleberg vom Netz» offiziell zu Stande.
Manu Friederich
Ende 2011 gibt Patrick Miazza, Betriebsleiter des AKW Mühleberg, sein Amt auf.
Ende 2011 gibt Patrick Miazza, Betriebsleiter des AKW Mühleberg, sein Amt auf.
Susanne Keller
Anfang September 2011 wurde von AKW Adé zum Sitzstreik aufgerufen.
Anfang September 2011 wurde von AKW Adé zum Sitzstreik aufgerufen.
Keystone
Ende August 2011 begann dennoch die Nachrüstung am Kernkraftwerk.
Ende August 2011 begann dennoch die Nachrüstung am Kernkraftwerk.
Yasmin Ablondi
Dies blieb nicht die einzige Demonstration im Juni 2011.
Dies blieb nicht die einzige Demonstration im Juni 2011.
Claudia Salzmann
Im Juni 2011 zogen Protestierende vor das AKW.
Im Juni 2011 zogen Protestierende vor das AKW.
Walter Pfäffli
Auch der Ostermarsch 2011 stand im Zeichen des Kampfs gegen Atomkraft.
Auch der Ostermarsch 2011 stand im Zeichen des Kampfs gegen Atomkraft.
Aenea Wasmer
Im April 2011 wurde das Protestcamp vor dem Hauptsitz der BKW aufgeschlagen.
Im April 2011 wurde das Protestcamp vor dem Hauptsitz der BKW aufgeschlagen.
Beat Mathys
Barbara Egger - Jenzer forderte bereits im März 2011 den Ausstieg aus der Atomkraft.
Barbara Egger - Jenzer forderte bereits im März 2011 den Ausstieg aus der Atomkraft.
Markus Hubacher
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Warum das AKW sofort und nicht erst 2019 vom Netz gehen soll, erklärt das Komitee unter anderem damit, dass das von der BKW genannte Datum einzig eine Absichtsbekundung sei und nicht rechtlich verbindlich. Der alte Reaktor drohe, viele weitere Jahre am Netz zu bleiben.

Das AKW berge nicht nur technische Risiken, sondern auch menschliche und ökonomische, betonte der Grüne Grossrat Antonio Bauen am Mittwoch vor den Medien. Die BKW könnte plötzlich auf ihren Entscheid zurückkommen, so die Befürchtung.

Die Gestehungskosten von «Mühleberg«-Strom liegen laut Bauen bei rund sieben Rappen pro Kilowattstunde. Verkauft werde er aber zu vier bis fünf Rappen. Ein Weiterbetrieb des Werks erzeuge also einen Verlust von 60 bis 90 Millionen Franken pro Jahr.

Vor diesem Hintergrund sei die Angst vor Schadenersatzforderungen der BKW an den Kanton Bern bei einer sofortigen Abschaltung unbegründet, betonten Komiteevertreter.

«Normalbetrieb bereits ein Gesundheitsrisiko»

Eine sofortige Abschaltung sei technisch möglich und «dringend nötig», betonte Jürg Joss, Präsident des Vereins «Mühleberg Ver-fahren» und Vorstandsmitglied von «Fokus Anti-Atom». Fünf Jahre später könnten die entladenen Brennelemente ins Zwischenlager Würenlingen abgeführt werden.

Die Mängelliste von «Mühleberg» sei lang und der Reaktor einer der ältesten weltweit, der noch in Betrieb sei. Mit jedem Betriebsjahr wachse das Risiko. «Der Zahn der Zeit nagt unerbittlich», betonte Kampagnenleiter Peter Stutz.

Die Emmentaler Ärztin Danielle Lemann führte gesundheitliche Argumente ins Feld. «Bereits der Normalbetrieb eines Atomkraftwerks wie Mühleberg stellt ein Gesundheitsrisiko dar», sagte Lemann. Vorbeugen sei besser als heilen, zumal radioaktive Verstrahlung nicht heilbar sei.

Dem Komitee «Mühleberg vom Netz? - eigentlich logisch» gehören unter anderem Umweltverbände, SP und Grüne des Kantons Bern an. Das Komitee wirbt mit Plakaten und Flyern, auf denen ein Berner Bär abgebildet ist, der einen grossen Stecker zieht.

(SDA)

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