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AKW Mühleberg vom Netz: Abstimmungskampagne lanciert

Am 18. Mai stimmt die Berner Bevölkerung über eine Volksinitiative ab, die verlangt, dass das AKW Mühleberg sofort vom Netz soll. Ein überparteiliches Komitee hat am Mittwoch seinen Abstimmungskampf lanciert.

Der Kernmantel des AKW Mühleberg.
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Grafik sas/ Quelle Ensi
Freude ohne Jubel: BKW-Chefin Suzanne Thoma wird von Kommunikations- chef Martin Schweikert über das Endergebnis informiert.
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Enrique Muñoz Garcia
Kurt Rohrbach, CEO der BKW musste nach Fukushima Rede und Antwort stehen.
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Urs Baumann
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Warum das AKW sofort und nicht erst 2019 vom Netz gehen soll, erklärt das Komitee unter anderem damit, dass das von der BKW genannte Datum einzig eine Absichtsbekundung sei und nicht rechtlich verbindlich. Der alte Reaktor drohe, viele weitere Jahre am Netz zu bleiben.

Das AKW berge nicht nur technische Risiken, sondern auch menschliche und ökonomische, betonte der Grüne Grossrat Antonio Bauen am Mittwoch vor den Medien. Die BKW könnte plötzlich auf ihren Entscheid zurückkommen, so die Befürchtung.

Die Gestehungskosten von «Mühleberg«-Strom liegen laut Bauen bei rund sieben Rappen pro Kilowattstunde. Verkauft werde er aber zu vier bis fünf Rappen. Ein Weiterbetrieb des Werks erzeuge also einen Verlust von 60 bis 90 Millionen Franken pro Jahr.

Vor diesem Hintergrund sei die Angst vor Schadenersatzforderungen der BKW an den Kanton Bern bei einer sofortigen Abschaltung unbegründet, betonten Komiteevertreter.

«Normalbetrieb bereits ein Gesundheitsrisiko»

Eine sofortige Abschaltung sei technisch möglich und «dringend nötig», betonte Jürg Joss, Präsident des Vereins «Mühleberg Ver-fahren» und Vorstandsmitglied von «Fokus Anti-Atom». Fünf Jahre später könnten die entladenen Brennelemente ins Zwischenlager Würenlingen abgeführt werden.

Die Mängelliste von «Mühleberg» sei lang und der Reaktor einer der ältesten weltweit, der noch in Betrieb sei. Mit jedem Betriebsjahr wachse das Risiko. «Der Zahn der Zeit nagt unerbittlich», betonte Kampagnenleiter Peter Stutz.

Die Emmentaler Ärztin Danielle Lemann führte gesundheitliche Argumente ins Feld. «Bereits der Normalbetrieb eines Atomkraftwerks wie Mühleberg stellt ein Gesundheitsrisiko dar», sagte Lemann. Vorbeugen sei besser als heilen, zumal radioaktive Verstrahlung nicht heilbar sei.

Dem Komitee «Mühleberg vom Netz? - eigentlich logisch» gehören unter anderem Umweltverbände, SP und Grüne des Kantons Bern an. Das Komitee wirbt mit Plakaten und Flyern, auf denen ein Berner Bär abgebildet ist, der einen grossen Stecker zieht.

SDA/cla

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