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Acht Einsprachen gegen AKW-Stilllegungsprojekt

Gegen das Stilllegungsprojekt des Kernkraftwerks Mühleberg sind insgesamt acht Einsprachen eingegangen.

cla
Das AKW Mühleberg geht am 20. Dezember 2019 vom Netz.
Das AKW Mühleberg geht am 20. Dezember 2019 vom Netz.
Andreas Blatter
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Der Energiekonzern BKW will das Atomkraftwerk vor den Toren der Stadt Bern im Dezember 2019 abschalten. Dagegen sind acht Einsprachen eingegangen. Nicht die Stilllegung selber dürfte die Betroffenen zur Einsprache bewogen haben. Vielmehr sind es offene Detailfragen im Zusammenhang mit der geplanten Abschaltung des Atomkraftwerks, die noch geklärt werden sollen.

Auch eine Verzögerung des Verfahrens ist kaum im Sinn der Einsprechenden, von denen diverse AKW-kritischen Kreisen angehören. Einsprecher und AKW-Gegner Markus Kühni etwa treiben Bedenken um, die BKW könnte aus Kostengründen Sicherheitssysteme zu rasch abbauen.

Angesichts des Zeithorizonts bis zur Abschaltung des Atomkraftwerks Mühleberg im Dezember 2019 sollten die noch offenen Fragen ohne Verzögerung des Projekts beantwortet werden können, ist Kühni der Ansicht.

Andere haben als reine Vorsichtsmassnahme Einsprache erhoben, etwa die Stadt Biel. Sie will sicherstellen, dass die BKW die radioaktive Belastung der Gewässer so tief wie möglich hält, denn Biel bezieht Trinkwasser aus dem Bielersee. Die AKW-Standortgemeinde Mühleberg wiederum will Fragen rund um gemeindeeigene Infrastrukturen und den Lastwagenverkehr geklärt haben.

Fünf Einsprachen stammen von Privatpersonen, drei von der öffentlichen Hand, wie Marianne Zünd, Leiterin Medien und Politik beim Bundesamt für Energie, am Montag auf Anfrage sagte. Konkret sind dies die Gemeinde Mühleberg, die Stadt Biel und der regionale Energieversorger Energieservice Biel.

Alle Anforderungen für Stilllegung erfüllt

Das Stilllegungsprojekt für das AKW Mühleberg wurde vor rund einem Monat öffentlich aufgelegt. Das Gesuch umfasst neben verschiedenen Anträgen einen Hauptbericht und drei Teilberichte.

Im Hauptbericht zeigt die BKW gemäss eigenen Aussagen auf, dass sie alle rechtlichen Anforderungen für die Stilllegung erfüllt. In den drei Teilberichten geht es ums Vorgehen bei allfälligen Störfällen, um Umweltaspekte und um die Sicherung der Stilllegungsarbeiten. Nachrüstung lohnt sich nicht

Die Stilllegung beschreibt die BKW als Prozess von der Einstellung des Leistungsbetriebs im Dezember 2019 bis zum Zeitpunkt, in dem die Behörden bestätigten, dass auf dem Areal keine radiologischen Gefahrenquellen mehr vorhanden sind. Voraussichtlicher Zeitpunkt dafür ist das Jahr 2031.

Nach der Atomkatastrophe von Fukushima sprach sich der Bundesrat für einen längerfristigen Atomausstieg aus. Bestehende Kernkraftwerke sollten am Ende ihrer sicherheitstechnischen Betriebsdauer stillgelegt und nicht ersetzt werden. Das Parlament billigte die Ausstiegspläne prinzipiell.

Ende Oktober 2013 gab der Energiekonzern BKW bekannt, das seit 1972 in Betrieb stehende AKW Mühleberg 2019 vom Netz zu nehmen, weil sich eine Nachrüstung finanziell nicht mehr lohne.

(SDA)

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