Werner Luginbühl will im Stöckli bleiben

BDP-Ständerat Werner Luginbühl aus Krattigen tritt nächsten Herbst zur Wiederwahl an. Damit stehen fast alle Ständeratskandidaturen im Kanton Bern fest.

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Der Oberländer BDP-Ständerat Werner Luginbühl liess sich Zeit mit dem Entscheid. Am Montag nun teilte der 56-Jährige mit, dass er im kommenden Herbst erneut für den Ständerat kandidieren will. Die offizielle Nomination Luginbühls soll an der Delegiertenversammlung vom 11. Februar stattfinden.

Luginbühl, der fast zehn Jahre lang in der Berner Regierung sass, schaffte im Herbst 2007 den Sprung ins Stöckli – damals noch als SVP-Politiker. Bei den nationalen Wahlen 2011 erzielte der inzwischen zur BDP Übergetretene mit 216'685 Stimmen ein Glanzresultat. «Dieses ausgezeichnete Resultat ist mir Auftrag und Verpflichtung», schreibt Luginbühl auf seiner Homepage.

«Nicht nur für die Partei»

Möglicherweise stellt sich Luginbühl aber auch aus Pflichtgefühl gegenüber seiner Partei erneut zur Verfügung. Bei den kantonalen Wahlen vom März dieses Jahres erlitt die BDP ein wahres Debakel und verlor 11 ihrer 25 Grossratssitze. Tritt ihre Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf nächstes Jahr zurück, dann droht die Partei sogar in der Bedeutungslosigkeit zu versinken.

Kandidiert Luginbühl also der BDP zuliebe? «Ein Wahlkampf ist aufwendig und kräftezehrend, nur für die Partei würde ich das nicht machen», sagt er auf Anfrage. Er sei auch deshalb für eine weitere Amtszeit motiviert, weil in der nächsten Legislatur spannende Geschäfte anstünden. Zudem habe er bei einer Wiederwahl die Chance, die ständerätliche Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie zu präsidieren.

Zu den Ständeratswahlen treten im Kanton Bern nächsten Herbst insgesamt sieben Kandidatinnen und Kandidaten an. Neben dem Krattiger Werner Luginbühl stellt sich auch der bisherige SP-Ständerat, der Bieler Hans Stöckli, zur Verfügung. Auf der bürgerlichen Seite sind die Herausforderer Claudine Esseiva, Geschäftsführerin der Liberalen Frauen Schweiz, und SVP-Nationalrat Albert Rösti, den seine Partei nach längerem internen Hickhack schliesslich offiziell nominierte.

Die Grünen schicken die Oberländer Grossrätin Christine Häsler ins Rennen. Sie wird mit Stöckli einen gemeinsamen Wahlkampf führen. Die EVP tritt wohl mit Nationalrätin Marianne Streiff an – die Partei nominiert offiziell an der Delegiertenversammlung vom 29.Januar. Dass auch die Grünliberalen des Kantons Bern mit einer Kandidatur aufwarten, steht laut Co-Parteipräsidentin Franziska Schöni zwar fest. Einen Namen will sie jedoch noch nicht nennen. «Wir werden zu Beginn des Jahres bekannt geben, mit wem wir antreten.» Der Wahlherbst 2015 verspricht spannend zu werden.

Gelingt Rösti der Spagat?

Angesichts der langen Kandidatenliste zeichnet sich ein zweiter Wahlgang ab. Dabei sind die beiden bisherigen Luginbühl und Stöckli im Vorteil. Albert Rösti gilt zwar als aussichtsreichster Herausforderer. Eine Wahlchance hat er jedoch nur, wenn er sich als gemässigter SVP-Vertreter positionieren kann. Ein schwieriges Unterfangen, zumal er gleichzeitig den nationalen Wahlkampf seiner Partei leitet. Fraglich, ob ihm dieser Spagat gelingt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 15.12.2014, 11:38 Uhr

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