Ursula Marti ist neue Präsidentin der SP Kanton Bern

Die 48-jährige Kommunikationsberaterin und Grossrätin Ursula Marti leitet neu die SP des Kantons Bern. Sie wurde am Mitwochabend vom Parteitag der kantonalen SP in Bern zur neuen Präsidentin gewählt.

Ursula Marti wurde am Mittwochabend in Bern zur neuen Präsidentin der SP Kanton Bern gewählt. (Archivbild: Wahl zur Berner Stadtratspräsidentin)

Ursula Marti wurde am Mittwochabend in Bern zur neuen Präsidentin der SP Kanton Bern gewählt. (Archivbild: Wahl zur Berner Stadtratspräsidentin)

(Bild: Susanne Keller)

Ursula Marti wurde an der Versammlung in Bern ohne Gegenstimmen, aber mit neun Enthaltungen zur neuen Präsidentin der SP Kanton Bern gewählt. Sie ersetzt Roland Näf aus Muri, der im Mai demissioniert hatte. Näf führte die Partei während rund vier Jahren. Gegenkandidaten zu Marti gab es keine.

Die Berner Stadtratspräsidentin des Jahrs 2012 nannte als Ziele ihres SP-Präsidiums unter anderem, sie wolle bei den Nationalratswahlen von 2015 die sechs Mandate der SP halten. Auch bei der Gleichstellung will sie Zeichen setzen - innerhalb der Partei ebenfalls. Die SP brauche beispielsweise mehr Sektionspräsidentinnen.

Ein besonders Engagement versprach Marti für eine «würdige Sozialhilfe» und die Bekämpfung der Armut. Von den JungsozialistInnen (Juso) wurde Marti nicht unterstützt. Das Auswahlprozedere sei mangels Auswahl undemokratisch, sagte eine Vertreterin. Deshalb enthalte sich die Jungpartei der Stimme.

Die Geschäftsleitung der bernischen SP hatte Marti einstimmig zur Wahl empfohlen.

Ja zu «Liste francophone»

Zu den Nationalratswahlen wird die bernische SP neu mit vier statt wie zuletzt mit drei Listen antreten. Ausser Frauen, Männer und Juso wird sie auch französischsprachige Kandidaten auf einer Liste vereinen.

Mit dieser «Liste francophone» will die SP dem Berner Jura wieder zu einem Sitz im Nationalrat verhelfen. Diese Region ist nach der Abwahl von SVP-Vertreter Jean-Pierre Graber im Jahr 2011 nicht mehr in der Grossen Kammer vertreten.

Bern als Brückenkanton sei wichtig für den Zusammenhalt in der Schweiz; es gelte, sich für die französischsprachige Minderheit stark zu machen, sagt die SP.

Sie tritt aber nicht nur aus Sympathie mit dem Berner Jura mit einer Romands-Liste an: In den Unterlagen zum Parteitag schreibt die Parteileitung, sie erhoffe sich «einen möglicherweise entscheidenden Beitrag», dass die SP ihre sechs Mandate halten könne. Verliert doch der Kanton Bern ab 2016 ein Mandat in der Grossen Kammer.

Gerade auch in Stadt und Agglomeration Bern erhofft sich die bernische SP Stimmen für die frankofone Liste. Der von der Parteileitung eingebrachte Vorschlag stiess bei der Basis auf eine gute Resonanz: Das Wahlkonzept wurde mit nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung genehmigt.

Zum Konzept gehört auch, dass die SP wiederum eine Listenverbindung mit den Grünen eingehen will.

Stöckli fürs «Stöckli» nominiert

Ebenfalls eine klare Sache war die Nomination von Hans Stöckli zum Kandidaten der SP für den Ständeratswahlkampf. Ohne Gegenstimme und ohne Enthaltungen genehmigten die Delegierten diesen Antrag der Parteileitung. Stöckli soll den Wahlkampf zusammen mit der Grünen Christine Häsler bestreiten.

lub/sda

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