Telefon-Offensive gegen düstere Prognosen

Der Parteitag der SP Kanton Bern stand ganz im Zeichen des Wahljahrs 2015. Lanciert wurde nicht nur der Ständeratswahlkampf, sondern auch die Telefonkampagne im Kanton.

SP-Ständerat Hans Stöckli wird nach seiner Rede umarmt. Sitzend im Vordergrund Präsidentin Ursula Marti.

SP-Ständerat Hans Stöckli wird nach seiner Rede umarmt. Sitzend im Vordergrund Präsidentin Ursula Marti.

(Bild: Keystone)

Gleich zu Beginn des Parteitags der SP Kanton Bern stimmte Kantonalpräsidentin Ursula Marti die Anwesenden auf die Wahlen im Herbst ein: «Der rechte Block droht zuzulegen», sagte sie. «Und der linke Block droht zu verlieren.»

Diese Tendenz der jüngsten kantonalen Wahlen sei auch in Europa ersichtlich – etwa bei den Tories, die letzte Woche in Grossbritannien einen Überraschungssieg feiern konnten.

Vorbild Obama

Im Fokus des Parteitages am Samstag in Langenthal stand deshalb der Startschuss zu den National- und Ständeratswahlen im Herbst. Zum ersten Mal präsentierte sich SP-Ständerat Hans Stöckli mit der grünen Ständeratskandidatin Christine Häsler, die gemeinsam in den Wahlkampf für die kleine Kammer gehen.

«Die Wahl wird in den Agglomerationen entschieden», sagte Stöckli in seiner Ansage. «Da müssen wir zulegen, die Sektionen stärken und präsent sein.» Die amtierende Nationalrätin Häsler, die im konservativen Oberland punkten will, äusserte die Hoffnung, mit dem Zweierticket mehr Wähler anzusprechen.

Lanciert wurde nicht nur der Ständeratswahlkampf, sondern auch die Mobilisierungskampagne, die ab sofort im Kanton Bern umgesetzt wird. Angelehnt ist die Aktion an der erfolgreichen Telefonoffensive des US-Präsidenten Barack Obama vor drei Jahren. «Wir wollen Parteimitglieder, die vielleicht vergessen, zu wählen, aktivieren», erklärte Kampagnenleiter und Berner SP-Stadtrat Szabolcs Mihalyi. Ziel sei es, im Kanton Bern 21 Prozent Wähleranteil zu erreichen.

Vorbild Luzern

Zu diesem Zweck werden in den kommenden Wochen sechs sogenannte Campaigner Freiwillige aus den Sektionen schulen, die dann in einer ersten Welle SP-Mitglieder anrufen und ermuntern, an die Urne zu gehen. «In einer zweiten Welle kontaktieren wir dann Sympathisanten der Partei», sagte Mihalyi. «Wir werden aber keine Wildfremden anrufen.»

Die Aktivierung von sonst eher passiven Mitgliedern berge grosses Potenzial. Das habe man bereits in Zürich und in Luzern gesehen, wo die Mobilisierungskampagne erfolgreich angelaufen sei: Wo dort besonders stark mobilisiert wurde, etwa in der Stadt Luzern, legte die SP in den Kantonswahlen zu. Mihalyi erhofft sich von der Telefonaktion vor allem eine Stärkung der Partei in Regionen, in denen die Strukturen etwas eingeschlafen seien – zum Beispiel im Oberland.

Berner Zeitung

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