Spital Riggisberg bleibt das Sorgenkind

Aarberg wird saniert, Münsingen gestärkt, und Riggisberg braucht dringend Lösungen: Der Verwaltungsrat des Inselspitals und der Spital Netz Bern AG plant die Zukunft seiner Portalspitäler.

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In den betroffenen Regionen wurde die Frage zuletzt immer drängender gestellt: Was wird aus den Spitälern Aarberg, Münsingen und Riggisberg? Gestern gab der Verwaltungsrat (VR) erste Antworten. Dies, obwohl er sich ursprünglich mehr Zeit nehmen wollte, um die Rolle der drei Standorte zu klären, die er zu Portalspitälern erklärt hatte, ohne diesen Begriff je näher zu definieren.

Immer hatte sich der neue Verwaltungsrat des Inselspitals und der Spital Netz Bern AG, zu welcher die Landspitäler gehören, für deren Erhalt ausgesprochen. Gestern bekräftigte er diese Aussage für die Standorte Aarberg und Münsingen. Dort seien die Voraussetzungen für den Betrieb eines Akutspitals klar gegeben. Zur Zukunft von Riggisberg hingegen äussert er sich nur verhalten, hält in der Medienmitteilung aber klipp und klar fest, dass das Spital derzeit mit grossen Problemen kämpfe. Es brauche «tragfähige Lösungen», damit der Standort eine Chance habe.

Aarberg und Münsingen

In Aarberg will der Verwaltungsrat insgesamt rund 20 Millionen Franken in die Sanierung des Operations- und Behandlungstrakts sowie die Notfallaufnahme stecken. Entsprechende Pläne gibt es schon lange, doch 2011 hatte die kantonale Gesundheitsdirektion eine finanzielle Unterstützung verweigert. Daraufhin kündigte das Spital an, für die nötigen 20 bis 23 Millionen Franken selbst aufzukommen und 2013 mit dem Bau zu beginnen. Die Pläne wurden gestoppt. «Wir wollten zuerst Klarheit schaffen, in welche Richtung sich das Spital entwickeln soll», sagte am Dienstag VR-Präsident Joseph Rohrer auf Anfrage. Nun sei man so weit, und im März 2014 würden die konkreten Pläne vorliegen.

Das Spital soll im ambulanten und tagesklinischen Bereich wachsen, insbesondere in den Bereichen Orthopädie und Chirurgie. «Immer mehr Behandlungen können ambulant durchgeführt werden. Dieser Entwicklung wollen wir Rechnung tragen», sagt Rohrer dazu. Das Gleiche gilt für den Standort Münsingen. Investitionen sind dort zwar noch keine geplant, «aber auch mit der bestehenden Infrastruktur ist Wachstum möglich», sagt Rohrer. Neben dem ambulanten Bereich soll in Münsingen auch die Geburtshilfe gestärkt werden.

Problem Riggisberg

So bleibt Riggisberg. Der Verwaltungsrat macht in seiner Mitteilung keinen Hehl daraus, dass das Spital mit Defiziten und einem Mangel an Fachärzten kämpft. Hinzu komme der sich verschärfende Hausärztemangel in der Region. «Es geht nicht um das Spital allein, sondern um die ganze Gesundheitsversorgung der Region», sagt Rohrer. «Wir wollen ein Spital betreiben und dieses behalten. Aber wir wollen nicht den Lead übernehmen, wenn es um die Versorgungsplanung der Region geht.»

Das Spital müsse kostendeckend sein. Da es aber immer weniger niedergelassene Ärzte in der Region gebe, fehlten zunehmend die dazu nötigen Patienten. Eine Lösung könne nur mit den niedergelassenen Ärzten und den Behörden gefunden werden. Zeichne sich eine solche ab, sei man bereit, eine «erhebliche, aber klar limitierte Anschubfinanzierung für die Weiterentwicklung des Spitals zu beschliessen», schreibt der Verwaltungsrat. Einen konkreten Betrag nennt Rohrer nicht. Die Spitalleitung soll bis Ende Januar ein Konzept vorlegen.

Berner Zeitung

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