Schneechaos führte zu 70 Unfällen und 3 Verletzten

Der Schnee führte zu Behinderungen bei Bernmobil, der SBB und zu rund 70 Unfällen im ganzen Kanton. Übers Wochenende ist mit mehr Schnee und Tiefsttemperaturen zu rechnen.

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Bei der Infozentrale von Bernmobil laufen die Telefondrähte am Freitagnachtmittag heiss. «Wir haben mehr Anrufer als an normalen Tagen», erklärt der Verkehrsdisponent Beat Moser. Kein Wunder: Der starke Schneefall führt zu prekären Strassenbedingungen. Deshalb verkehrt Bernmobil derzeit mit Verspätungen. Die Linie 10 nach Ostermundigen verkehrte am Mittag nicht auf die Rüti.

Auch die Linie 12 in Richtung Paul Klee Zentrum fuhr nicht bis zur Endhaltestelle. Die Linie 20 ins Wankdorf ist noch immer betroffen. «Hier hatten wir Probleme beim Anstieg Wyleregg, wo die Busse stecken blieben», sagt Moser. Nun versuche man wieder nach normalen Fahrplanzeiten zu fahren. Bei den Tramlinien habe man keine Probleme. «Das ist eine Verbesserung gegenüber früher, als wir noch die Busse 13 und 14 hatten», sagt Moser.

Flugverkehr bisher normal

Zwei Unfälle verzeichnet Bernmobil, mit Blechschäden, jedoch ohne Verletzte. Der eine Unfall ereignete sich auf der Buslinie 27, die von Weyermannshaus nach Niederwangen fährt. Beim zweiten rutschte ein Bus der Linie 28 bei der Haltestelle Sonnenhof in ein Auto.

Auf dem Flughafen Bern-Belp ist die Lage noch gut, sagt Daniel Steffen, Mediensprecher des Flughafens, auf Anfrage. Ein Flug von Amsterdam wurde gestrichen, dies aber wegen technischen Problemen. Eine Prognose für den Abend zu machen, sei laut Steffen jedoch schwierig.

Auch das Schienennetz der SBB ist betroffen: Eine Weichenstörung hat am Freitag vorübergehend den Bahnverkehr zwischen Bern und Freiburg behindert. Die Strecke war zwischen Thörishaus und Flamatt etwa eine Dreiviertelstunde lang nur beschränkt befahrbar. Kurz vor 15.30 Uhr war die Störung wieder behoben.

Zwei Verletzte bei rund 70 Unfällen

Der Schnee tangiert nicht nur die Stadt, sondern den ganzen Kanton: Am Freitag von 9 bis 14.30 Uhr wurden der Kantonspolizei Bern insgesamt mehr als 70 Unfälle gemeldet, heisst es in einer Mitteilung. In der Region Mitteland-Emmental-Oberaargau wurden 37 Unfälle registriert. Aus dem Raum Berner Oberland wurden 16 Unfälle gemeldet und im Seeland Berner Jura 13. In der Region Bern ereigneten sich 5 Unfälle, heisst es weiter.

In den meisten Fällen ist es zu Sachschaden gekommen. Bei zwei Unfällen wurden Personen verletzt: In Busswil kam ein Auto um etwa 9.15 Uhr von der Strasse ab. Der Fahrer musste ins Spital gebracht werden. In Court kam es am Mittag zu einer Kollision zwischen zwei Fahrzeugen. Zwei Personen mussten verletzt ins Spital gebracht werden.

Gute Neuigkeiten gibt es aus dem Berner Oberland: Am Donnerstag wurde die Strasse zwischen Oberried und Brienz von einer Lawine verschüttet. Die Hirscherengrabenbrücke ist seit 15 Uhr für den Durchgangsverkehr wieder offen.

Mehr Schnee und Minustemperaturen

Auf Samstag ist mit mehr Schnee zu rechnen, wie Felix Baum von Meteonews erklärt. Am Samstag wird im Seeland und in der Stadt Bern rund 5 bis 15 Zentimeter Neuschnee fallen. Am Nachmittag wird sich die Lage aufhellen, teilweise sogar die Sonne durch die Wolkenschicht drücken. Anders sieht es im Oberland aus: Die feuchte Luft staut sich dort, so dass erst am späteren Nachmittag mit Aufhellungen gerechnet werden kann. Die Schneefallmenge wird dort auf 20 bis 30, teilweise 40 Zentimeter, geschätzt.

Meteonews prognostiziert für Samstag Höchsttemperaturen um den Gefrierpunkt. Der Sonntag wird bitterkalt, mit Temperaturen von minus 9 Grad in der Stadt Bern und im Oberland Minustemperaturen gar im zweistelligen Bereich.

cls

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