Rot-grün zurück an die Macht?

Die SP überlegt sich, bei der Nachfolge für Beatrice Simon im Regierungsrat mit einer Kampfkandidatur anzutreten.

Wohin führt der Weg von Beatrice Simon? Bezeichnenderweise trug die Noch-Regierungsrätin am Sonntag nicht BDP-gelb, sondern rot.

Wohin führt der Weg von Beatrice Simon? Bezeichnenderweise trug die Noch-Regierungsrätin am Sonntag nicht BDP-gelb, sondern rot.

(Bild: Raphael Moser)

Stefan von Bergen@StefanvonBergen

Zumindest in den Nationalrat ist die amtierende BDP-Regierungsrätin Beatrice Simon gewählt worden. Da sie ein Doppelmandat vor der Wahl ausgeschlossen hat, wird sie die Kantonsregierung also aller Voraussicht nach verlassen. Das stellt die am Sonntag abgestrafte BDP vor die Herausforderung, für Simon einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu stellen.

«Die noch junge bürgerliche Mehrheit im Regierungsrat könnte bei dieser Ersatzwahl bedroht sein», fürchtet SVP-Kantonalpräsident Werner Salzmann schon. In der Tat bestätigt Mirjam Veglio, Co-Präsidentin der kantonalen SP, die Ersatzwahl könnte für ihre Partei eine Chance sein, mit einer Kampfkandidatur die Mehrheitsverhältnisse in der Kantonsregierung wieder zu drehen.

Kandidat Aebischer?

Denkbar wäre etwa, dass die SP den populären Stadtberner SP-Nationalrat Matthias Aebischer als Kandidaten lanciert. Er selber und seine Partei wollen sich zu dieser Option nicht äussern. An der Gender-Geometrie würde Aebischer kaum scheitern, denn mit Evi Allemann (SP) und Christine Häsler (Grüne) sind schon zwei Frauen aus dem rot-grünen Lager im Regierungsrat vertreten.

Ein aussichtsreicher Nachfolger von Beatrice Simon könnte der wiedergewählte BDP-Nationalrat Lorenz Hess sein. «Ich weiss, dass das von vielen Seiten als Idee oder Option betrachtet wird. Ich verweigere keine Gespräche, aber im Grundsatz ist es nicht mein Plan, in die Regierung zu wechseln», erklärt er auf Anfrage. Hinter Hess drängt sich kein BDP-Mitglied mit einer ähnlichen Wasserverdrängung auf.

Würde also womöglich die SVP auf einen dritten Regierungssitz aspirieren, um die bürgerliche Regierungsmehrheit zu retten? Dazu äussert sich die SVP nicht. BDP-Kantonalpräsident Jan Gnägi geht davon aus, dass die bürgerlichen Partner den BDP-Sitz nicht angreifen. In jedem Fall gibt es im bürgerlichen Lager nun Absprachebedarf. Die Ersatzwahl in den Regierungsrat ist schon auf den 9. Februar 2020 festgelegt.

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