Parlament fordert Stabilität für UPD

Das Berner Kantonsparlament will, dass endlich Ruhe in die krisengeschüttelten Universitären Psychiatrischen Dienste (UPD) einkehrt. Das Parlament forderte weitere Konsequenzen aus den jüngsten Vorfällen.

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Das Berner Kantonsparlament will, dass endlich Ruhe in die krisengeschüttelten Universitären Psychiatrischen Dienste (UPD) einkehrt. Denn nach wie vor seien etliche Fragen offen, sagte Peter Brand (SVP/Münchenbuchsee) zu seinem Vorstoss am Dienstag im Grossen Rat. Unter anderem sei nicht klar, wie die künftige UPD-Leitung nach den jüngsten Vorfällen aussehen soll.

Die UPD müsse nun stabilisiert werden, sagte Philippe Müller (FDP/Bern), der ebenfalls eine Motion zum Thema UPD Waldau eingebracht hatte.

Die BDP forderte in der Debatte für die Leitung der UPD rasch eine endgültige Lösung. Seit die UPD-Geschäftsleitungsvorsitzende Regula Mader krankgeschrieben ist, ist eine interimistische Co-Leitung am Drücker.

Für die SP-JUSO-Fraktion waren allerdings mehrere Forderungen aus den Vorstössen schon erfüllt, zumal erste personelle Entscheide bereits gefallen seien. Die Grünen unterstützten in ihrem Votum ebenfalls die Stossrichtung der Vorstösse.

Wie zuvor die BDP wiesen auch die Grünen darauf hin, dass es wohl problematisch sei, wenn die UPD zwei verschiedene Anstellungsbehörden unterstellt seien. Auf der einen Seite stehe der Forschungsauftrag der Uni, auf der anderen der Versorgungsauftrag.

Personeller Neuanfang

Wenn die UPD gestärkt in die Zukunft blicken soll, brauche es wohl einen personellen Neuanfang, befand die FDP. Für die krankgeschriebene Geschäftsleitungsvorsitzende werde es künftig bei den UPD sehr schwierig werden.

FDP-Fraktionssprecher Adrian Kneubühler sprach den Arbeitskonflikt um den ärztlichen Direktor an und warnte davor, Professor Werner Strik einen Heiligenschein zu verleihen. Wo Rauch sei, sei auch Feuer, sagte er. Aber wenn die inzwischen zurückgenommene Entlassung Striks derart dilettantisch über die Bühne gegangen sei, müsse man auch die Konsequenzen ziehen.

Schwieriges Spannungsverhältnis

Gesundheitsdirektor Philippe Perrenoud (SP) sprach seinerseits auch vom Spannungsfeld für die UPD zwischen universitärer Forschung und Versorgung. Diesen Konflikt wolle man nun mit Hilfe des kürzlich eingesetzten eingesetzten «UPD-Boards» lösen.

Dieses Board soll Ruhe in die Geschäftsleitung bringen und wieder Vertrauen schaffen, wie Perrenoud weiter sagte. In einer zweiten Etappe gehe es darum, bei den strategischen Überlegungen mitzuhelfen.

Er freue sich, wenn er Klarheit darüber habe, wie es mit der Psychiatrie weitergehe, sagte Perrenoud und verwies auf die Revision des Spitalversorgungsgesetzes.

Seit langem in der Kritik

Der Regierungsrat empfahl, die Vorstösse anzunehmen, einen davon in der weniger verbindlichen Form eines Postulats. Das Parlament überwies aber beide Vorstösse als Motionen.

Die UPD Bern steht seit Monaten in der Kritik. Nach dem Wirbel um die Freistellung des ärztlichen Direktors sorgte eine inzwischen entlassene Kaderfrau, die gefälschte Titel verwendet haben soll, für Schlagzeilen. (js/sda)

Erstellt: 29.01.2013, 16:33 Uhr

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