Berufslehre bleibt bei Berner Jugendlichen beliebt

Nach der Schule direkt weiterzumachen, liegt im Trend: Die Hälfte aller Schulabgänger im Kanton Bern macht eine Berufslehre, ein Viertel geht ans Gymnasium.

Wenn die Schule abgeschlossen ist, stellt sich die Frage nach dem Berufsweg.<p class='credit'>(Bild: Reto Schneider)</p>

Wenn die Schule abgeschlossen ist, stellt sich die Frage nach dem Berufsweg.

(Bild: Reto Schneider)

Immer mehr Jugendliche steigen nach der obligatorischen Schulzeit direkt in die Berufsbildung, ins Gymnasium oder in eine Fachmittelschule ein. Die Nachfrage nach den Brückenangeboten nimmt seit einigen Jahren ab. Dies zeigt die jährliche Umfrage der Berufsberatungs- und Informationszentren des Kantons Bern (BIZ) bei Lehrkräften der deutschsprachigen neunten Schuljahre. Fast alle Jugend­lichen, die diesen Sommer die obligatorische Schule verlassen, haben eine Anschlusslösung gefunden.

Während sich vor zehn Jahren rund jeder dritte Jugendliche nach der obligatorischen Schule für eine Zwischenlösung entschied, wählt 2018 nur noch knapp einer von fünf Jugendlichen diesen Weg.

Besonders augenfällig ist der Rückgang bei den kantonalen Brückenangeboten: Der Anteil Jugendlicher, die ein Berufsvorbereitendes Schuljahr wählen, hat sich gegenüber 2008 praktisch halbiert. Mit 0,9 Prozent bleibt der Anteil Jugendlicher, die eine Vorlehre antreten werden, stabil.

Berufslehre weiterhin Nummer eins

Gemäss der Umfrage treten 51 Prozent der 8021 erfassten Jugendlichen in eine berufliche Grundbildung ein. Die Beliebtheit der Berufslehre bleibe damit ungebrochen, schreibt die Erziehungsdirektion in einer gestern veröffentlichten Medienmitteilung. 24,7 Prozent absolvieren das Gymnasium. 3,7 Prozent der Jugendlichen treten in eine Fachmittelschule ein.

Von den weiteren Jugendlichen absolvieren 5,8 Prozent ein privates Brückenangebot oder ein Sprachjahr, 1,5 Prozent der Jugendlichen treten nach dem Sommer in ein Praktikum, ein praktisches Zwischenjahr oder ein Motivationssemester ein.

Nur gerade 180 Jugendliche (2,2 Prozent) waren am Stichtag 1. Juni noch unentschlossen beziehungsweise auf der Suche nach einer Lehrstelle. 19 von ihnen werden ohne weitere Ausbildung eine Arbeitsstelle antreten oder in ihre Heimat zurückkehren.

Suchspektrum auszuweiten

Jugendlichen, die zu einem sehr späten Zeitpunkt noch eine Lehrstelle suchen, raten Fachleute, das Suchspektrum etwas auszuweiten. «Wer für Alternativen offen ist, findet unter www.berufsberatung.ch ein grosses Informationsangebot zu allen 230 Berufen, die es in der Schweiz gibt», hält die Erziehungsdirektion in ihrer Mitteilung fest.

Die Berufsberatungs- und Informationszentren würden auch in letzter Minute mit einer Beratung weiterhelfen. Jugendlichen, die trotz aller Anstrengungen keine Lehrstelle finden, vermittelt – ebenfalls bei den BIZ – die kantonale Triagestelle einen Platz in einem geeigneten Brückenangebot.

mm/pd

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