No Billag: SVP zeigt sich gespalten

Längst nicht alle Berner Grossratskandidaten der SVP sind für die Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren. Über 40 Prozent lehnen die No-Billag-Initiative ab.

Trotz der Ja-Parole der kantonalen SVP gibt es zahlreiche Parteivertreter, die gegen die No-Billag-Initiative sind.

Trotz der Ja-Parole der kantonalen SVP gibt es zahlreiche Parteivertreter, die gegen die No-Billag-Initiative sind. Bild: Keystone

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Es ist eindeutig eine Frage des Alters: Innerhalb der Berner SVP ist die Euphorie für die No-Billag-Initiative bei den jüngeren Mitgliedern grösser als bei den älteren. Das lässt sich mit Zahlen ­belegen, welche die Onlinewahlhilfeplattform Smartvote für diese Zeitung ausgewertet hat.

Die Berner SVP schickt 241 Kandidatinnen und Kandidaten in die Grossratswahlen vom März 2018. 165 von ihnen haben den Onlinefragebogen von Smartvote ausgefüllt. Satte 84,6 Prozent der unter 35-Jährigen sagen Ja oder eher Ja zu No Billag und befürworten damit die Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren. Allerdings gilt es einzuschränken, dass die Altersgruppe von 18- bis 34-Jährigen nur gerade aus 26 Personen besteht.

Ausgeglichener fällt das Ergebnis der Altersgruppe 35+ aus: 47,7 Prozent oder 71 Kandidaten lehnen die Initiative klar oder tendenziell ab, 52,3 Prozent oder 78 Personen sagen Ja oder eher Ja. Über alle Altersgruppen gesehen, lehnen knapp 42 Prozent der SVP-Kandidaten No Billag ab, 58 Prozent sind für die Initiative.

Dass innerhalb der SVP bei ­diesem Thema eine kleine Kluft zwischen den Generationen existiert, lässt sich wohl in erster Linie mit den volkstümlichen Sendungen erklären. Schon an der Delegiertenversammlung im Januar in Lyss sorgten sich ältere Delegierte, was wohl bei einem Ja mit Gefässen wie der «Musikwelle», der «Landfrauenküche» oder dem «Samschtig-Jass» geschehen würde. Sie werden speziell gerne von etwas älteren Zuschauern konsumiert, während die Generation Youtube und Netflix mit diesen Formaten für gewöhnlich weniger anfangen kann.

Eine Ausnahme ist SVP-Nationalrat Adrian Amstutz. Der 64-Jährige weibelte vor den Delegierten am eindringlichsten für ein Ja zu No Billag. Die Versammlung folgte ihm und beschloss für die Abstimmung vom 4. März die Ja-Parole. Gleiches tat vor kurzem die SVP Schweiz.

Die Smartvote-Auswertung zeigt weiter, dass neben der SVP die EDU (49,4 Prozent) und die FDP (21,9) die höchsten Ja- oder Eher-Ja-Quoten aufweisen.

Wahlhilfe auf www.smartvote.ch. (Berner Zeitung)

Erstellt: 06.02.2018, 08:11 Uhr

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