Nationalratswahlen Bern: Mitte-Parteien gehen Listenverbindung ein

Im Herbst finden die Nationalratswahlen statt. Die Parteien BDP, CVP, EVP und GLP des Kantons Bern haben beschlossen, eine Listenverbindung einzugehen.

Heinz Siegenthaler, Präsident der Berner BDP, hofft, dass durch die Listenverbidung mit den Mitteparteien ein besseres Ergebnis bei den Nationalratswahlen erzielt wird, als dies bei den kantonalen Wahlen im Jahr 2014 der Fall war.

Heinz Siegenthaler, Präsident der Berner BDP, hofft, dass durch die Listenverbidung mit den Mitteparteien ein besseres Ergebnis bei den Nationalratswahlen erzielt wird, als dies bei den kantonalen Wahlen im Jahr 2014 der Fall war.

(Bild: Andreas Blatter)

Die Mitteparteien BDP, CVP, EVP und glp gehen im Kanton Bern für die Nationalratswahlen eine Listenverbindung ein. Damit wollen die Parteien verhindern, dass Reststimmen verloren gehen. Die Nationalratswahlen dürften spannend werden, denn es ist ein Sitz weniger zu besetzen.

Aufgrund der Bevölkerungszahlen stehen dem Kanton Bern künftig nur noch 25 statt wie bisher 26 Sitze zu. Bei dieser Ausgangslage könnten auch Reststimmen plötzlich entscheidend für den Erhalt oder Gewinn eines Sitzes sein.

Mit der Listenverbindung gehen die vier Parteien inhaltlich keine Konzessionen ein, wie sie am Montag mitteilten. Allerdings wollen die Parteien ihre Zusammenarbeit bei diversen kantonalen und nationalen Themen fortsetzen.

Gerade die BDP war jüngst nicht vom Erfolg verwöhnt. Bei den kantonalen Wahlen 2014 kassierte die Partei eine schallende Ohrfeige und verlor 11 ihrer ehemals 25 Sitze. Wäre die Partei damals Listenverbindungen eingegangen, wären die Verluste laut Parteipräsident Heinz Siegenthaler deutlich geringer ausgefallen.

Bereits Anfang Januar liess BDP-Parteipräsident Heinz Siegenthaler deshalb einen Versuchsballon für eine grosse Listenverbindung in der Mitte steigen. Die BDP hält aktuell vier Nationalratssitze, die GLP zwei und die EVP einen.

FDP-Präsident will nun Alleingang

Nach dem Schulterschluss der vier genannten Parteien deutet nun viel auf einen Alleingang sowohl der FDP als auch der SVP bei den Nationalratswahlen hin. FDP-Parteipräsident Pierre-Yves Grivel sagte jedenfalls am Montag auf Anfrage, für ihn persönlich stünden die Zeichen auf Alleingang.

In einer Listenverbindung mit der SVP könne die FDP als kleinerer Partner nur verlieren. Allerdings entscheide nicht er, sondern die Parteileitung Mitte Juni.

Die FDP hätte sich laut Grivel eine Listenverbindung der vier bürgerlichen Parteien FDP, BDP, SVP und EDU vorstellen können und führte mit Vertretern dieser Parteien auch Gespräche. Doch schloss ja die BDP von Vornherein ein Zusammengehen mit «Polparteien» wie der SVP aus.

Auch die SVP wäre für Listenverbindungen mit bürgerlichen Parteien zu haben gewesen, wie Parteisekretärin Aliki Panayides auf Anfrage sagt. Die Diskussionen mit der FDP - und auch mit der EDU - seien noch nicht abgeschlossen.

Panayides relativiert aber die Bedeutung von Listenverbindungen für die SVP: Wenn es damit klappe, sei das schön, und wenn nicht, sei es nicht so wichtig.

EDU mit Schweizer Demokraten

Schon im Februar hatte die bernische EDU bekanntgegeben, sie strebe eine Listenverbindung mit der EVP an. Sie hat nun also einen Korb bekommen und wird stattdessen mit den Schweizer Demokraten zusammengehen. Das sagt Parteipräsident Peter Bonsack auf Anfrage.

Eine Listenverbindung mit der SVP erachtet er als nicht sinnvoll - «da würden wir aufgefressen». Am liebsten gehabt hätte Bonsack eine Listenverbindung EVP/CVP/EDU, also der christlichen Parteien.

sh/sda

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