Nationalratswahlen: 185 Bernerinnen und 361 Berner drängen ins Bundeshaus

Am Montag lief die Eingabefrist für die Wahlen vom 23.Oktober 2011 ab. Jetzt ist klar, mit welchen Kandidierenden die Berner Parteien in den Nationalrat einziehen wollen. Nicht weniger als 546 Frauen und Männer stellen sich zur Wahl.

Der Kanton Bern belegt 26 Plätze im Nationalrat.

Der Kanton Bern belegt 26 Plätze im Nationalrat.

(Bild: Keystone)

Therese Frösch (Grüne), Simon Schenk (SVP) und Pierre Triponez (FDP). Diese drei Namen werden ab nächstem Jahr nicht mehr fallen, wenn von Berner Nationalräten die Rede sein wird. Sie sind die einzigen der insgesamt 26 Berner Nationalratsmitglieder, die bei den Wahlen vom 23.Oktober nicht wieder antreten werden. Doch es ist alles andere als sicher, ob die übrigen Bisherigen ihre Mandate halten können. An der Sitzverteilung dürfte sich einiges ändern. Denn mit der BDP und den Grünliberalen stehen zwei neue Parteien in den Startlöchern.

SVP fürchtet BDP nicht

Die SVP ist trotzdem fest entschlossen, ihre vor vier Jahren erreichten Sitze nicht nur zu verteidigen, sondern gar einen neuen hinzuzugewinnen. Das ist ein ambitioniertes Ziel, zumal sie nach der Parteispaltung zwei Ratsmitglieder an die BDP verlor. Erstmals wird sich die junge Partei nun bei nationalen Wah-len bewähren müssen. Politologe Hans Hirter prognostizierte ihr im März, dass sie ihre bisher zwei Berner Nationalratssitze auf vier werde verdoppeln können. Doch der SVP dürfte sie dabei weniger gefährlich werden als der FDP. Das zeigte sich bereits bei den Grossratswahlen im Kanton Bern: Während die SVP nur ei-nen geringfügigen Verlust erlitt, verlor die FDP über sechs Prozent der Wählerstimmen.

Neu treten im Kanton Bern erstmals auch die Grünliberalen zu den Nationalratswahlen an. Bei den Grossratswahlen im März 2010 erzielten sie bei ihrem ersten Versuch gleich einen Wähleranteil von vier Prozent. Sie dürften nun auch bei den Nationalratswahlen den Druck auf die Freisinnigen noch zusätzlich erhöhen.

Keine bürgerliche Allianz

Für die FDP wird es deshalb besonders schwierig, die bisherigen vier Sitze zu verteidigen. Die Partei hatte deshalb auf eine bürgerliche Allianz gehofft. Doch der BDP-Vorstand beschloss Anfang Juni, keine Listenverbindung mit SVP und FDP einzugehen. Die Wählenden sollten Gewissheit haben, nicht indirekt andere Parteien zu unterstützen, argumentierte der Vorstand. Eine Zweier-Listenverbindung mit der SVP oder der BDP hatte die FDP von Anfang an ausgeschlossen.

Grüne und SP unter Druck

Auch die Grünen, die heute mit drei Personen im Nationalrat vertreten sind, könnten die Konkurrenz der Grünliberalen zu spüren bekommen, falls der liberale Flügel in der neuen Partei eine Heimat findet.

Vor einer schwierigen Aufgabe steht auch die SP. Wie in den meisten Kantonen hat sie in der Vergangenheit auch im Kanton Bern Wählerinnen und Wähler eingebüsst. Bei den Grossratswahlen verlor sie fast ebenso viel wie die FDP, gut fünf Prozent. Bei den Wahlen vor vier Jahren erreichte sie im Nationalrat sechs Sitze. Inzwischen werden nur noch fünf von SP-Mitgliedern besetzt. Ricardo Lumengo, der sechste auf der SP-Liste Gewählte, ist aus der Partei ausgetreten, als ihm Wahlfälschung vorgeworfen wurde. Den Nationalratssitz gab der inzwischen Freigesprochene nicht ab. Er will ihn auf der Liste der Sozial-Liberalen Bewegung verteidigen.

Die komplette Liste der Kandidaten und Kandidatinnen finden Sie hier.

Berner Zeitung

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