Lebensmittelkontrolle: 6 von 10 Betrieben beanstandet

Die Lebensmittelkontrolleure haben im vergangenen Jahr fast 6000 Betriebe unter die Lupe genommen. 122 Unternehmen wurden wegen gravierender Mängel angezeigt.

Ein Lebensmittelkontrolleur prüft in einem Restaurant die korrekte Etikettierung von abgepacktem Fleisch.

Ein Lebensmittelkontrolleur prüft in einem Restaurant die korrekte Etikettierung von abgepacktem Fleisch.

(Bild: Keystone)

Marius Aschwanden

Rund 5900 Käsereien, Metzgereien, Bäckereien, Restaurants oder Landwirtschaftsbetriebe haben die Lebensmittelkontrolleure im Kanton Bern letztes Jahr untersucht. Bei 3600 Betrieben wurden Beanstandungen angebracht, wie das kantonale Laboratorium Bern gestern mitteilte. Bei den meisten handelte es sich um Kleinigkeiten wie eine mangelhafte Selbstkontrolle, schlechte Hygiene oder zu hohe Lagertemperaturen von vorgekochten Speisen.

Bei rund 200 Betrieben waren die Mängel aber auch grösser. So wurden denn auch 122 Strafanzeigen eingereicht, deutlich mehr als die 70 im Vorjahr. «In 16 Fällen waren die Zustände derart schlecht, dass Teilbereiche wie die Produktion, die Küche oder das Lager auf der Stelle geschlossen werden mussten», sagt Kantonschemiker Otmar Deflorin. Die betroffenen Bereiche durften nach einer Nachkontrolle aber wieder eröffnet werden. Am häufigsten waren von solchen Massnahmen Restaurants betroffen. Aber: «Von den 13?000 Betrieben, die uns unterstellt sind, sind auch rund 8000 Restaurants», so Deflorin.

Falsch deklariertes Fleisch

Untersucht wurden auch 10?200 Lebensmittel- und Trinkwasserproben. 850 davon waren unhygienisch, verdorben, gesundheitsgefährdend oder unkorrekt gekennzeichnet. Bei Fleischerzeugnissen seien etwa Beimischungen von nicht deklariertem Fremdfleisch festgestellt worden. So enthielt gemäss dem Jahresbericht des Labors eine als Kalbsbratwurst bezeichnete Wurst deutlich mehr als 50 Prozent Schweinefleisch.

Eine andere «Problemzone» seien Rahmbläser und Schlagrahmautomaten in Bäckereien und Tearooms. Hier fanden die Kontrolleure ungenügend gereinigte oder desinfizierte Geräte oder Rahm, der zu lange in der Maschine war.

Herausforderung für Bäder

Zum Aufgabenbereich der Inspektoren gehört auch die Überprüfung der Wasserqualität in Bädern.

Aufgrund des warmen Sommers seien insbesondere die Freibäder mancherorts personell an ihr Limit gestossen. «Dies war dann auch der Grund, warum der Badebetrieb in einem kleinen Kinderplanschbecken noch während der Inspektion eingestellt werden musste», steht im Jahresbericht. Weil die Chloranlage nicht funktionierte, sei das Badewasser mit Fäkalbakterien verschmutzt gewesen. Die Mehrheit der Bäder habe aber jederzeit eine einwandfreie Badewasserqualität sicherstellen können.

Berner Zeitung

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