Keine Gratis-Velokurse für Asylsuchende

Der Regierungsrat des Kantons Bern lehnt die Forderung einer grünen Grossrätin nach kostenlosem Velo- und Schwimmunterricht für Flüchtlinge ab.

Velo- oder auch Schwimmkurse seinen Sache der Asylsozialhilfezentren, nicht des Kantons, findet der Regierungsrat (Symbolbild).

Velo- oder auch Schwimmkurse seinen Sache der Asylsozialhilfezentren, nicht des Kantons, findet der Regierungsrat (Symbolbild). Bild: Melanie Duchene

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Asylsuchende sollen im Kanton Bern unentgeltlich Schwimmen und Velofahren lernen können. Das verlangt die Grüne Grossrätin Maria Iannino Gerber. Der Regierungsrat sieht keinen Handlungsbedarf und verweist auf die Asylsozialhilfezentren, die Kurse in eigener Regie durchführen können.

Der Kanton vergütet den Asylsozialhilfezentren (ASH) pro Person eine Tagespauschale. Davon ist die Unterbringung, Betreuung und die Auszahlung von Sozialhilfe zu bestreiten. Die ASH seien befugt, in eigener Kompetenz Beschäftigungsmöglichkeiten anzubieten, schreibt der Regierungsrat in seiner Antwort auf Iannino Gerbers Vorstoss.

Zum Thema Velofahren hält die Regierung fest, dass die Kantonspolizei seit rund einem Jahr in Zusammenarbeit mit dem Migrationsdienst in dreissig Zentren ein Präventionsmodul mit dem Titel «zusammen sicher im Kanton Bern» durchgeführt hat.

Dabei sei auch die Sicherheit im Strassenverkehr ein Thema. Auf Anfrage und wenn genügend Ressourcen zur Verfügung stünden, würden auch Schulungen zur Fahrradpraxis durchgeführt. Im Weiteren biete auch Pro Velo Velofahrkurse an.

Iannino Gerber argumentiert in ihrem Vorstoss, solche Kurse seien für alle Asylsuchenden sinnvoll, die nie Gelegenheit hatten, Schwimmen und Velofahren zu lernen. Dies helfe mit, Unfälle zu verhüten. Ausserdem sei Sport, etwa der Besuch von Bädern im Sommer, eine aktive Form der Teilhabe.

Definitiv über den Vorstoss entscheiden wird der Grosse Rat. (mb/sda)

Erstellt: 27.09.2016, 10:28 Uhr

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