Kantonsparlament lässt Neuerungen bei der Spitex prüfen

Der Grosse Rat untersucht, ob bald alle Spitex-Organisationen zur Aufnahme neuer Patienten verpflichtet werden sollen. Er überwies am Dienstag ein entsprechendes Postulat.

Viele Einsätze der Spitex sind defizitär, weil die Wegzeiten zu lang oder die Einsätze zu kurz sind.

Viele Einsätze der Spitex sind defizitär, weil die Wegzeiten zu lang oder die Einsätze zu kurz sind. Bild: Keystone

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Die Berner Regierung prüft, ob künftig alle Spitex-Organisationen zur Aufnahme neuer Patienten verpflichtet werden sollen. Mit 134 zu 13 Stimmen hat der Grosse Rat am Dienstag ein entsprechendes Postulat aus SP-Reihen überwiesen.

Die öffentlichen Spitex-Organisationen stehen schon heute in der Pflicht, Patienten im ganzen Kanton rund um die Uhr zu versorgen. Viele Einsätze sind defizitär, weil die Wegzeiten zu lang oder die Einsätze zu kurz sind.

Der Kanton leistet zwar eine Abgeltung für die Versorgungspflicht. Die öffentlichen Spitex-Organisationen monieren aber seit Längerem, die Gelder reichten nicht aus. Die privaten Spitex-Organisationen wiederum müssen sich gegen den Vorwurf wehren, sie kümmerten sich nur um lukrative Gebiete und Fälle und betrieben so Rosinenpickerei.

Die Gesundheitsdirektion sei bereits daran, den bestehenden Abgeltungsmechanismus bei der Spitex zu überprüfen, sagte Regierungsrat Pierre Alain Schnegg (SVP). Das Ziel sei eine bedarfsgerechtere und leistungsorientiertere Lösung. Die Ausdehnung der Versorgungspflicht sei ein möglicher Ansatz.

Ob sie politisch mehrheitsfähig ist, wird sich weisen. Manche Grossräte fanden, man dürfe Private und Öffentliche nicht gegeneinander ausspielen. Deshalb sei eine Versorgungspflicht für alle ein sinnvoller Ansatz. Andere bezweifelten den Nutzen und befürchteten, dass so vor allem die Kosten des Kantons stiegen.

Synergien nutzen

Chancenlos war die Forderung, dass jede Spitex das Komplettangebot an Pflegedienstleistungen inklusive aller Spezialleistungen anbieten muss. Weit besser sei es, wenn die Organisationen zusammenarbeiteten und Synergien nutzten, hiess es. (ss/sda)

Erstellt: 12.06.2018, 18:19 Uhr

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