KMU-Verband empfiehlt nur Luginbühl und Rösti

Vor der Ständeratswahl vom Herbst zeigt der Gewerbeverband Berner KMU der FDP erneut die kalte Schulter. Wie schon vor vier Jahren empfiehlt der Verband lediglich die Kandidaten der BDP und SVP, also Werner Luginbühl und Albert Rösti, zur Wahl.

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FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen versuchte an der Delegiertenversammlung des Gewerbeverbands vom Dienstag in Grindelwald, die Delegierten noch umzustimmen: Auch FDP-Ständeratskandidatin Claudine Esseiva habe eine KMU geführt und gegründet. Und auch sie sei bürgerlich. Der Verband solle alle drei bürgerliche Kandidierende unterstützen.

Die Delegierten entschieden sich aber für den Antrag des Leitenden Ausschusses, nur Luginbühl und Rösti zu unterstützen. Der Präsident des für Wahlen zuständigen Komitees, Robert Sutter, sagte zur Begründung, Esseiva sei erstens nicht Mitglied des Gewerbeverbands. Der Verband empfiehlt grundsätzlich nur Mitglieder.

Fokussierung auf die zwei Kandidaten

Zweitens gehe es darum, die Kräfte nicht zu verzetteln. Mit der Fokussierung auf die zwei Kandidaten mit den besten Wahlchancen werde es allenfalls möglich, dem SP-Kandidaten Hans Stöckli den Einzug in den 2. Wahlgang zu verwehren. Das Komitee habe sich aber sehr wohl überlegt, alle bürgerlichen Ständeratskandidierenden zu empfehlen, diese Idee aber verworfen.

Schon vor vier Jahren hatten die Berner KMU und auch der Handels- und Industrieverein HIV nur den BDP- und den SVP-Kandidaten für den ersten Wahlgang der Ständeratswahl vorgeschlagen. Das waren damals Luginbühl und Adrian Amstutz (SVP). Das sorgte damals für Schlagzeilen, weil die beiden Verbände den Freisinnigen traditionell nahe stehen.

Am Dienstag sprachen sich die 155 stimmberechtigten KMU-Delegierten recht klar für den Antrag des Leitenden Ausschusses aus. Allerdings bekam Wasserfallen für seinen Antrag immerhin 15 Stimmen und es enthielten sich 21 Delegierte der Stimme.

Nationalrat: Vier Verbände arbeiten zusammen

Bei den Wahlempfehlungen für den Nationalrat geht der Gewerbeverband Berner KMU in diesem Jahr einen neuen Weg. Er nimmt die Empfehlungen nicht mehr anhand von Kriterien wie Engagement in KMU-Organisationen oder Wahlchancen vor. Einzig Ausschlag gebender Punkt ist eine Bewertung («Rating»), die auf einem Fragebogen beruht.

Diejenigen 35 Verbandsmitglieder, die mit den Noten gut oder sehr gut abgeschlossen haben, werden nun zur Wahl empfohlen. Am (morgigen) Mittwoch werden die Namen der Empfohlenen auf der Internetseite der Berner KMU aufgeschaltet. Rund 70 Mitglieder des Gewerbeverbands kandidieren und erhielten den Fragebogen.

14 der Empfohlenen gehören der SVP an, 12 der FDP, sieben der FDP und zwei der EDU. Vor vier Jahren hatte der Verband nur 20 Personen empfohlen, damals auch je einen Kandidaten von CVP und GLP. Schon damals gab es eine Rangliste, doch spielten die genannten Kriterien noch eine Rolle.

Den Fragenbogen hat der Verband zusammen mit dem bernischen Handels- und Industrieverein (HIV), dem bernischen Hauseigentümerverband und dem bernischen Arbeitgeberverband erarbeitet. (sih/sda)

Erstellt: 19.05.2015, 17:54 Uhr

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