Interkantonale Fusion wäre eine Premiere

Greng/Clavaleyres

Die bernische Gemeinde Clavaleyres und das freiburgische Greng nehmen miteinander erste Fusionsgespräche auf. Eine interkantonale Fusion wäre sowohl in Freiburg wie in Bern eine Premiere.

Findet das beschauliche Clavaleyres (Bild) in der Freiburger Gemeinde Greng eine neue Fusionspartnerin? Erste Fusionsgespräche sind geplant.

Findet das beschauliche Clavaleyres (Bild) in der Freiburger Gemeinde Greng eine neue Fusionspartnerin? Erste Fusionsgespräche sind geplant.

(Bild: Iris Andermatt)

Zwischen Greng und Clavaleyres liegt nicht nur die Freiburger Gemeinde Courgevaux, sondern auch die Kantonsgrenze. Clavaleyres ist neben Münchenwiler die einzige Berner Gemeinde, die von Freiburger Gemeinden umrundet ist und erst noch an den Kanton Waadt angrenzt. Die knapp fünfzig Einwohner von Clavaleyres sind bereits länger auf der Suche nach einem Partner: 2008 wollte die Gemeinde mit Münchenwiler fusionieren, erhielt von den Berner Kollegen jedoch einen Korb.

Nun streckt Clavaleyres die Fühler ins Freiburgische aus. Eine Konsultativabstimmung hat ergeben, dass Clavaleyres einer Fusion mit Greng nicht abgeneigt wäre. In Greng wird der bernischen Gemeinde die Tür geöffnet – vorerst einen Spalt weit: An der Gemeindeversammlung hat die Mehrheit der Grenger ersten Fusionsabklärungen zugestimmt.

Greng wird nicht gezwungen

Der Entscheid, mit Clavaleyres Gespräche aufzunehmen, bedeute noch lange nicht, dass es zu einer Fusion komme, betonte Ammann Peter Goetschi vor den rund dreissig Anwesenden. Die Grenger gaben sich nämlich skeptisch. Sie wollten etwa wissen, ob Clavaleyres schuldenfrei sei und ob grössere Investitionen anstünden. Goetschi beruhigte: «Clavaleyres ist finanziell gesund, Schulden hat die Gemeinde keine.» Ein Grenger sah auch eine positive Seite. Wenn sich Greng mit Clavaleyres zusammentun würde, wäre man besser abgesichert gegen Murten. «In meinen Augen wäre eine Fusion mit Murten schlimmer», sagte er.

Die bernische Gemeinde Clavaleyres möchte eine Fusion «so schnell wie möglich über die Bühne bringen», sagt Gemeindepräsident Bruno Maurer. Für die Fusion mit Münchenwiler habe man vier Jahre lang geplant und schliesslich «einen Nuller» gemacht. Für Maurer ist klar, dass seine Gemeinde bei einer Fusion mit Greng auch ihre Kantonszugehörigkeit wechseln müsste. Damit hat er keine Probleme. «Ausser, dass wir in Bern Steuern zahlen, verbindet uns nichts mit diesem Kanton.» Seine Gemeinde sei regional verankert.

Noch keine Erfahrung

Weder beim Kanton Freiburg noch beim Kanton Bern haben die beiden Gemeinden bisher ihre Absichten deponiert. Einer interkantonalen Gemeindefusion stehe grundsätzlich nichts im Weg, heisst es aber von beiden Seiten.

Ein Vorzeigebeispiel gibt es nicht, wie Gérald Mutrux, Vorsteher des Freiburger Amtes für Gemeinden, bestätigt. Er betont jedoch, dass der Kanton Freiburg mit dem Fusionsprojekt zwischen dem freiburgischen Ueberstorf und dem bernischen Albligen einverstanden gewesen wäre. Zur Fusion kam es in diesem Fall dann doch nicht; Albligen hat sich der Berner Gemeinde Schwarzenburg angeschlossen.

Auch für den Kanton Bern wäre es die erste interkantonale Fusion, wie Ernst Zürcher, stellvertretender Vorsteher des Amtes für Gemeinden, sagt. «Wir forcieren überkantonale Fusionen nicht, wollen solchen Projekten aber auch keine Steine in den Weg legen.»

Freiburger Nachrichten

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