Kanton Bern

Insel-Gruppe gibt sich weiter zugeknöpft

Kanton Bern Die Direktion informiert die Mitarbeiter über wirtschaftlichen Druck.

Die Insel-Gruppe diskutiert einen Stellenabbau.

Die Insel-Gruppe diskutiert einen Stellenabbau. Bild: Beat Mathys

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Offiziell wollte sich die Insel-Gruppe auch gestern nicht zum drohenden Abbau von bis zu 700 Stellen äussern. Man befinde sich im Planungsprozess zum Budget 2019, die Ergebnisse würden im Dezember vorliegen, anschliessend werde informiert. Mehr liess das Spitalunternehmen nicht verlauten.

Wenigstens etwas konkreter wurde die Direktion unter der Leitung von Uwe E. Jocham, CEO und Verwaltungsratspräsident, gegenüber den 10750 Mitarbeitern. Im Intranet nahm sie Stellung zu den Recherchen dieser Zeitung, wonach innerhalb der Direktion des grössten Schweizer Spitals über den Abbau von bis zu 700 Stellen diskutiert wird. Eingespart werden sollen die Stellen offenbar bei der Pflege und den Ärzten. Das bestätigten verschiedene vertrauenswürdige Quellen.

Sparmassnahmen nötig

In ihrer Stellungnahme, die dieser Zeitung vorliegt, bezeichnet die Insel-Gruppe den möglichen Abbau zwar als «Schreckensszenario». Dementiert werden die Recherchen aber nicht. Im Gegenteil: Die Direktion bestätigt, dass sich das Unternehmen einem wachsenden wirtschaftlichen Druck ausgesetzt sehe. Dies insbesondere aufgrund der «grösseren Investitionen», die nötig seien, damit die Gruppe konkurrenzfähig bleibe.

Bestätigt wird in der Mitteilung zudem, dass Sparmassnahmen notwendig sind, um die finanzielle Stabilität zu gewährleisten. Im Rahmen des Budgetprozesses werde deshalb geprüft, wo ein Wachstum möglich ist und wo es «allenfalls Anpassungen braucht». Und weiter: «Es bestehen Synergiepotenziale, die wir bisher nicht ausgeschöpft haben.» Was genau das heisst, bleibt jedoch offen.

Zum Personalbestand schreibt die Direktion, dass 2018 eine weitere Ausweitung der Mitarbeiterzahl vorgesehen gewesen wäre. «Dies ist angesichts der erwarteten Umsatzentwicklung nicht realisierbar.» Deshalb sei eine Überarbeitung der Pläne angeordnet worden, um einen «nicht nachhaltigen Stellenaufbau zu verhindern». Dass aber sogar ein Stellenabbau diskutiert wird, kommentiert die Direktion im Intranet nicht.

Es wurde bereits gespart

Damit bleibt weiterhin unklar, wie konkret die Abbaupläne sind, wo allenfalls reduziert werden und wann die Massnahmen umgesetzt werden sollen. Klar ist hingegen, dass die Finanzen der Insel-Gruppe im ersten Halbjahr 2018 einen Absturz erlebt haben. Wies das Spitalunternehmen 2017 noch einen Gewinn von 21 Millionen Franken aus, verzeichnete es im ersten Halbjahr erstmals in seiner Geschichte ein Minus von 1,3 Millionen Franken.

Erste Sparmassnahmen hat die Insel-Spitze im Verlaufe des Jahres denn auch bereits umgesetzt. So stoppte CEO Jocham etwa das bereits weit fortgeschrittene Projekt eines Medizinmuseums, strich den meisten Universitätsmitarbeitern die Vergünstigungen in den Personalrestaurants auf dem Insel-Campus und verabschiedete sich von dem geplanten Neubau des Tiefenauspitals.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 25.10.2018, 19:56 Uhr

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