Im Frühling soll im Seeland ein zweiter Transitplatz bereit sein

Die erste Saison auf dem ­provisorischen Transitplatz in Brügg ist zu Ende. Negative Zwischenfälle gab es kaum. Nächste Saison soll es im Kanton ein zweites Provisorium für ausländische Fahrende geben.

Brüggs Gemeindepräsident Marc Meichtry zieht eine positive Bilanz. «Der Platz hat sich bewährt», sagt er.

Brüggs Gemeindepräsident Marc Meichtry zieht eine positive Bilanz. «Der Platz hat sich bewährt», sagt er. Bild: Nicole Philipp

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Nach den chaotischen Zuständen in Wileroltigen im Vorjahr war man im Kanton Bern gespannt auf die Fahrendensaison 2018. Das Besondere war, dass diesen Frühling der erste provisorische Transitplatz im Kanton für ausländische Fahrende eröffnet wurde. Er liegt nahe der Autobahnausfahrt in Brügg bei Biel und kann rund 20 Wohnwagen aufnehmen.

Seit dem Wochenende ist er leer. Der Platz hat die Erwartungen erfüllt, blieb es doch dieses Jahr im Kanton Bern auffallend ruhig. Das kann freilich nicht allein am provisorischen Transitplatz liegen, dazu ist er zu klein. Aber das Provisorium hat durchaus zur Beruhigung der Situation beige­tragen, zusammen mit anderen Massnahmen wie etwa dem Einsatz von Kulturvermittlern.

Brüggs Gemeindepräsident Marc Meichtry zieht eine positive Bilanz. «Der Platz hat sich bewährt. Über alles gesehen verlief die erste Saison problemlos.» Gegen Ende habe es einzelne Reklamationen von Besitzern umliegender Firmen gegeben, weil sich jüngere ­Fahrende abends auf ihrem ­Gelände aufgehalten und etwa Fussball gespielt hätten. «Das müssen wir auch auf unsere Kappe nehmen und daraus lernen», sagt Meichtry. «Wir sollten ­darauf achten, bei jedem Wechsel auf dem Platz die Neuankömmlinge gut zu instruieren und ihnen die Spielregeln genau zu vermitteln.»

Da habe die Gemeinde gegen Ende der Saison wohl etwas nachgelassen. «Und wir müssen nächstes Jahr berücksichtigen, dass die Jungen nicht rund um die Uhr bei ihren Eltern sein ­wollen, und ihnen für Freizeitaktivitäten in der Nähe einen kleinen Platz zur Verfügung stellen. Das schaffen wir», so Meichtry.

Kredit für definitiven Platz

Die kantonale Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion ­führt derzeit mit einer anderen Seeländer Gemeinde Verhandlungen über einen zweiten provisorischen Transitplatz für ausländische Fahrende nach Brügger Vorbild. Ziel ist es, das zweite Provisorium im Frühling 2019 zu eröffnen.

Parallel dazu laufen die Vorbereitungen für einen definitiven Transitplatz für ausländische Fahrende auf einer Bundesparzelle nahe der Autobahn bei Wileroltigen. Der Kredit für den Platz soll in der ersten Jahreshälfte 2019 dem Grossen Rat vorgelegt werden. (phm)

Erstellt: 01.10.2018, 21:30 Uhr

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