Hier will die Kantonspolizei für 270 Millionen bauen

Der Kanton will 11 der 18 Polizeistandorte in der Stadt Bern in einem Neubau in Niederwangen zusammenfassen. Das neue Polizeizentrum kostet nach Schätzungen 270 Millionen Franken und soll 2025 fertig sein.

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Die Kantonspolizei hat in der Stadt Bern 18 Standorte. Weil dies ineffizient ist, will sie seit geraumer Zeit einige Dienste in einem Zentrum zusammenfassen. Lange galt das ehemalige Swisscom-Hochhaus an der Ostermundigerstrasse als favorisierte Lösungen.

Am Gestern liessen Polizeidirektor Hans-Jürg Käser (FDP) und Baudirektorin Barbara Egger (SP) die Katze aus dem Sack: Das neue Polizeizentrum soll in Niederwangen entstehen. Die Swisscom-Gebäude seien unter anderem aus verkehrstechnischen Gründen nicht geeignet.

Das Land in Niederwangen gehört der Migros Aare und ist in der Gemeinde seit längerem ein Politikum (siehe Box links). Der Kanton habe mit der Migros einen Baurechtsvertrag auf 80 Jahre abgeschlossen, so Egger. Der jährliche Zins betrage eine Millionen Franken und sei ver­glichen mit ähnlichen Arealen moderat. Den Vertrag muss der Grosse Rat noch genehmigen.

Teuer, aber wirtschaftlicher

Konkret will der Kanton auf dem Areal zwischen Autobahn und Hallmattstrasse 11 der 18 Stadtberner Polizeistandorte zusammenziehen. Im neuen Zentrum soll zudem die neue Einsatzzen­trale entstehen. Die heute im Ringhof am Nordring gelegene Zentrale muss laut dem Polizei­direktor dringend erneuert werden, weil sie sowohl technisch als auch räumlich den heutigen Anforderungen nicht mehr genüge.

Für den Neubau gibt die Polizei laut Käser drei kantonseigene und acht gemietete Objekte auf. Noch sei unklar, wie die Gebäude des Kantons künftig genutzt würden, ergänzte Egger. «Entweder werden wir sie für den Eigengebrauch verwenden oder verkaufen.» Die Polizeiwachen bleiben bestehen.

Wie Baudirektorin Egger ausführte, soll der Neubau mit einer Geschossfläche von bis zu 84 000 Quadratmetern 1300 Mitarbeitende Platz bieten. In ersten Grobschätzungen sei der Bau mit 270 Millionen Franken veranschlagt. Dies sei zwar eine hohe Investition, so Egger, für den Kanton jedoch wirtschaftlicher als die Weiterführung des Status quo.

«Um den heutigen Zustand zu verbessern, müssten wir rund 65 Millionen Franken investieren und hätten immer noch ein Flickwerk.» Mit einem Neubau liessen sich die Gebäudekosten «drastisch» senken. Heute zahle der Kanton für die Polizeistandorte Mieten von jährlich rund 8 Millionen Franken. «Künftig wären es noch 2,8 Millionen – inklusive Baurechtszins, so Egger.

Platz für spätere Erweiterung

Für Käser ist klar, dass mit der räumlichen Konzentration die betrieblichen Abläufe effizienter und einfacher werden. Auch könnten in Niederwangen künftige Raumbedürfnisse abgedeckt werden. Gemäss Prognosen wächst die Kantonsbevölkerung bis 2030 auf rund 1,2 Millionen Einwohner an. Parallel dazu wachse auch das Polizeikorps. «Wir gehen von einem zusätzlichen Flächenbedarf von etwa 15 Prozent aus.» Auf dem Areal der Migros habe sich der Kanton zum Null­tarif ein drittes Baufeld für eine allfällige Erweiterung sichern können, so Egger.

Der Grosse Rat wird voraussichtlich nächsten März über den Baurechtsvertrag sowie über den Planungskredit beraten. Gibt er grünes Licht, folgt 2021 der Baukredit. Der Baubeginn ist für 2022 vorgesehen, die Einweihung des Polizeizentrums für 2025.

Berner Zeitung

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