Erziehungsdirektor zeigt Bereitschaft, das Kulturprogramm anzupassen

Das geplante Kultur- und Bildungsprogramm für die Berner Schulen wird abgespeckt. Der bernische Grosse Rat hat am Mittwoch das Geschäft an den Erziehungsdirektor zurückgeschickt.

Die Berner Kantonsregierung muss beim geplanten Kultur- und Bildungsprogramm für die Schulen noch einmal über die Bücher.

Die Berner Kantonsregierung muss beim geplanten Kultur- und Bildungsprogramm für die Schulen noch einmal über die Bücher.

(Bild: Keystone)

Grund für die Rückweisung des rund 11,5 Millionen Franken schweren Programms waren insbesondere die düsteren Finanzaussichten des Kantons. Aus dem bürgerliche Lager war auch zu hören, dass die Volksschule wegen zahlreicher Reformen eine Grossbaustelle sei. Ein weiteres derartiges Projekt würde das Fuder überladen.

Mit dem Programm soll die Bedeutung von Kunst und Kultur an den Schulen gefördert werden. Es umfasst verschiedene freiwillige Massnahmen, darunter die Einführung von Kulturverantwortlichen an Schulen, Weiterbildungsangebote für Lehrkräfte oder eine Internetplattform mit Kulturvermittlungsangeboten.

Zusätzlich ist vorgesehen, dass Schulen Gutscheine für Kulturprojekte und für den Besuch von Kulturorten ausserhalb der Schulen ausgegeben werden.

Niemand im Rat wollte das Projekt gänzlich ablehnen, denn es beinhalte viel Gutes. Doch derzeit sei es in dieser Form zu teuer, wurde von bürgerlicher Seite argumentiert.

«Wir reden über 12.50 Franken»

Für das Projekt ins Zeug legte sich SP-Grossrat, Schauspieler und Regissseur Hannes Zaugg-Graf. Kultur sei kein Wunschbedarf. «Die Kultur ist der Dünger, der die Saat gedeihen lässt», sagte er. «Wir reden über einen Betrag von 12.50 Franken pro Kind und Jahr», gab Zaugg-Graf zu bedenken. Dieses Geld sei gut investiert.

Auch Regierungsrat Bernhard Pulver (Grüne) verteidigte das Projekt. Heute würden von Schulabgängern nicht nur Fachkompetenzen verlangt, sondern auch ein hohes Mass an Sozialkompetenz. Diese könnten sich die Schüler nicht in Mathematik oder Deutsch aneignen. Dafür brauche es beispielsweise Musik, Theater oder andere kulturelle Aktivitäten.

Dort lernten die Kinder und Jugendlichen, sich zu engagieren, hinzustehen, Selbstbewusstsein zu entwickeln sowie Mut und Flexibilität zu zeigen.

Die Volksschule brauche tatsächlich etwas Ruhe, um die verschiedenen Reformen zu verdauen, räumte Pulver ein. Das heisse aber doch nicht, «dass wir sie einfach einfrieren und gute Projekte nicht mehr umsetzen».

Wohl keine Kulturverantwortliche

Pulver zeigte sich schliesslich bereit, das Projekt zu redimensionieren. Die im Rat vorgetragenen Vorschläge werde er aufnehmen, versprach der Eriehungsdirektor. Diese zielen vor allem darauf ab, dass die Kosten gesenkt werden und in den Schulen keine speziellen Kulturverantwortlichen zum Einsatz kommen.

rdb/sda

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