Geld für 15 Kulturbetriebe in der Region

Die Regionalkonferenz Bern-Mittelland hat die Leistungsverträge mit 15 Kulturinstitutionen in der Region genehmigt. Gelder erhalten neu auch das Schlossmuseum Jegenstorf und das Swiss Jazz Orchestra.

Das Schloss Jegenstorf erhält ab 2020 neu auch Beiträge der Regionalkonferenz.

Das Schloss Jegenstorf erhält ab 2020 neu auch Beiträge der Regionalkonferenz.

(Bild: Beat Mathys)

Stephan Künzi

Der Protest vom Land ist nicht verklungen. Allzu laut war er aber auch nicht mehr, als die Regionalversammlung Bern-Mittelland die Neuauflage der Kulturverträge diskutierte. Knapp 52 Millionen Franken pro Jahr werden die Regionsgemeinden zusammen mit dem Kanton, den jeweiligen Standortgemeinden und der Burgergemeinde Bern von 2020 bis 2023 an 15 Kulturinstitutionen im Grossraum Bern zahlen.

Weil die Hauptlast auf den Kanton und die Standortgemeinden entfällt, tragen die Regionsgemeinden netto nur knapp 6,2 Millionen Franken. Das sind allerdings immer noch 2,8 Prozent mehr als mit den alten, heute gültigen Verträgen.

Genau da hakten die Kritiker ein. Kriechenwil stellte den Antrag, die Steigerung rückgängig zu machen und die Beiträge linear um 2,8 Prozent zu kürzen. Kultur gehöre nicht zu den Kernaufgaben der öffentlichen Hand, argumentierte Simon Fankhauser, der Präsident im 420-Seelen-Dorf. Die Gemeinden müssten in Zeiten, in denen der Kanton immer mehr auf sie abwälze, vielerorts sparen. «Wieso nicht auch bei der Kultur?»

Ein solcher Antrag komme einer Rückweisung gleich, entgegnete Benjamin Marti, Gemeindepräsident aus Belp und Präsident der regionalen Kulturkommission. Mit Bedacht strich er hervor, dass die Beiträge zwar insgesamt stiegen, dass der Betrag pro Kopf aber sinke – die negativen Stimmen verstummten nicht.

Oberbalm, das wegen eines neuen Verteilschlüssels noch zusätzlich belastet wird, eilte Kriechenwil zu Hilfe: Es könne nicht sein, dass sein Dorf statt 5500 Franken plötzlich das Doppelte zahlen müsse, ereiferte sich Gemeindepräsident Rudolf Anken. «Das ist viel Geld für rund 900 Einwohner.»

Zu einer grossen Bewegung formierten sich die Kritiker am Ende doch nicht. Als die Versammlung über die 15 Verträge abstimmte, blieben sie in einem überschaubaren Rahmen: Mehrheiten zwischen 103 und 158 Stimmen stand jeweils ein Nein-Lager von 18 bis 22 Stimmen gegenüber.

Berner Zeitung

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