Französisch-Matura wird nicht vorverlegt

Die neue Lektionentafel für die deutschsprachigen Gymnasien liegt vor. Danach wird die Französischmatura nun doch nicht vorverlegt.

Die Französisch-Prüfung wird weiterhin am Ende der Prima stattfinden (Symbolbild).

Die Französisch-Prüfung wird weiterhin am Ende der Prima stattfinden (Symbolbild).

(Bild: Keystone)

Ab Sommer 2017 gilt im Kanton Bern die sogenannte Quarta-Lösung: Der Gymer startet für alle Schülerinnen und Schüler nach der 8.Klasse und an einem Gymnasium. Heute bieten noch einige Gemeinden den gymnasialen Quartastoff an der Volksschule an. Mit der Quarta-Lösung wird auch die neue Lektionentafel gelten. Diese legt fest, wann wie viele Lektionen wofür zur Verfügung stehen. Die Überarbeitung der Lektionentafel wurde deshalb nötig, weil der Kanton zusätzlich zur einheitlichen Quarta-Lösung den Sparauftrag des Parlaments von jährlich 5,5 Millionen Franken erfüllen muss.

Die Änderungen der Lektionentafel lösten in der Konsultation heftige Kritik aus. Vor allem die geplante Verlegung der Französischmatura ins vorletzte Gymerjahr weckte die Befürchtung, dass die Berner Gymeler in diesem Fach nur noch eine Schnellbleiche erhielten. Die gestern von Erziehungsdirektor Bernhard Pulver (Grüne) vorgelegte Lösung trägt unter anderem dieser Kritik Rechnung.

So findet die Matura für Französisch und für Englisch, Italienisch oder Latein auch künftig am Ende der gymnasialen Ausbildung statt. Allerdings wird der Unterricht in Französisch und Englisch neu um je eine halbe Lektion reduziert. Eine Einsparung, die laut Pulver verkraftbar ist, zumal die Schüler durch die Vorverlegung des Fremdsprachenunterrichts in der Volksschule mit mehr Vorkenntnissen ans Gymnasium kämen. Italienisch oder Latein beginnen im ersten Gymerjahr und setzen keine Vorkenntnisse voraus.

Hier spart der Kanton

Weitere Kürzungen in der Lektionentafel betreffen das Ergänzungsfach und die sogenannten Profillektionen. Das Ergänzungsfach wird um eine Lektion gekürzt, findet aber wie bisher während der Sekunda und der Prima statt. Die heutigen sechs Profillektionen entfallen dagegen. Bislang konnten die Gymnasien mit diesen Lektionen Schwerpunkte setzen.

Die meisten Schulen hätten ein bis drei dieser Lektionen für Naturwissenschaften sowie für Informatik, Kommunikation und Technologie (ICT) eingesetzt, sagt Pulver. Um diese Fächer mit der Streichung der Profillektionen nicht zu sehr zu schwächen, sei über die gesamte Gymnasialzeit eine Lektion ICT sowie eine kleine Aufstockung in den naturwissenschaftlichen Fächern von sechs auf sechseinhalb Lektionen vorgesehen. Pulver räumt jedoch ein, dass diese Aufstockung kein Ausbau, sondern die Beibehaltung des Status quo sei.

Bei den musischen Fächern müssen sich die Schüler zu Beginn des Gymer entscheiden, ob sie bis zur Matura Gestalten oder Musik als obligatorisches Kunstfach belegen. Alle Gymnasien müssen diese Fächer mindestens in der Quarta als zusätzliches Fakultativfach anbieten.

«Wichtigste Punkte erfüllt»

Pulver ist optimistisch, dass die vorliegende Lösung breit akzeptiert wird. «Wir haben die wichtigsten Kritikpunkte berücksichtigt und können gleichzeitig die Sparvorgaben umsetzen.»

Dass die Kritik in der Konsultation aufgenommen und diskutiert wurde, sei wichtig gewesen, sagt Leonhard Cadetg, Präsident der Konferenz der Schulleiterinnen und Schulleiter der Gymnasien. Auch er geht davon aus, dass die Kritiker mit der vorliegenden Lösung leben können. «Zumal diese in der Konsultation explizit als gangbarer Weg gewertet wurde.»

Berner Zeitung

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