Fachhochschule: Regierung macht vorwärts

Seit dieser Woche ist klar, dass am Standort Weyermannshaus der Berner Fachhochschule nicht mehr gerüttelt wird. Jetzt will die Regierung das Bauprojekt vorantreiben.

«Ich freue mich sehr, dass der Entwicklungsschwerpunkt Ausserholligen Schwung bekommt», sagt Berns Stadtpräsident Alec von Graffenried. Was mit den drei Kantonsgebäuden geschieht, ist laut Baudirektorin Barbara Egger noch nicht definitiv klar.

«Ich freue mich sehr, dass der Entwicklungsschwerpunkt Ausserholligen Schwung bekommt», sagt Berns Stadtpräsident Alec von Graffenried. Was mit den drei Kantonsgebäuden geschieht, ist laut Baudirektorin Barbara Egger noch nicht definitiv klar. Bild: Keystone/Thomas Peter

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Nachdem die grossrätliche Bildungskommission diese Woche entschieden hat, nicht mehr auf den Standortentscheid zur Berner Fachhochschule (BFH) zurückzukommen, will der Regierungsrat vorwärtsmachen. So hat er einen Baurechtsvertrag mit den SBB für den neuen Campus in Weyermannshaus-Ost über 80 Jahre unterzeichnet und einen Kredit von 1,55 Millionen Franken für einen Architekturwettbewerb genehmigt. Über beide Geschäfte muss nun noch der Grosse Rat befinden.

Somit ist nun klar, wo der neue Campus Bern gebaut wird. Zur Diskussion standen zwei verschiedene Standorte im Entwicklungsschwerpunkt Ausserholligen. Der Regierungsrat hat sich nun für zwei Baufelder zwischen Autobahn-Viadukt, Bahngeleisen sowie Murten- und Steiger­hubelstrasse entschieden. Das Industrieareal ist im Besitz der SBB, der Baurechtszins beträgt pro Jahr 1,4 Millionen Franken.

Die Investitionskosten schätzt die Regierung auf 364 Millionen Franken, wovon der Bund 58 Millionen übernimmt. Wie der Campus dereinst aussehen wird, ist noch offen. Vorgegeben wird jedoch der Standard Minergie-P-ECO. Der Architekturwettbewerb soll in der zweiten Jahreshälfte starten.

Kanton spart Mietkosten

Durch die Konzentration der Standorte des Departements Wirtschaft, Gesundheit und Soziales sowie eines Grossteils der Standorte der Hochschule der Künste im neuen Campus werden in der Stadt Bern 16 Mietobjekte sowie drei Liegenschaften des Kantons frei. Insgesamt spart Letzterer so jährlich 10,8 Millionen Franken Mietkosten. Was mit den drei Kantonsgebäuden geschieht, ist laut Baudirektorin Barbara Egger (SP) noch nicht definitiv klar. «Möglicherweise verkaufen wir eine der Liegenschaften. Die anderen könnten vom VBS, der Stadt Bern oder von Berufsschulen genutzt werden.»

«Ich freue mich sehr, dass der Entwicklungsschwerpunkt Ausserholligen Schwung bekommt», sagte am Freitag Berns Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL). Der Campus Bern sei ein wichtiger Baustein bei der Planung des Areals. Der Standort habe insgesamt grosses Potenzial — im westlichen Teil nicht zuletzt für neuen Wohnraum, sagt von Graffenried.

Kommission will Zusagen

Wann die beiden Kredite vom Grossen Rat behandelt werden, ist noch unklar. Der Regierungsrat möchte sie in die Junisession bringen. Die Bildungskommission beantragt jedoch eine Verschiebung der Geschäfte um drei Monate. Nach den Querelen der letzten Wochen will sie den Standortentscheid zwar nicht überdenken. Sie will aber sicherstellen, dass Burgdorf nicht leer ausgeht, was dort derzeit befürchtet wird. Deshalb sollen die Kredite für Bern mit Zusagen für Burgdorf verknüpft werden. Dafür benötige man mehr Zeit. Der im letzten Juni beschlossene Kompromiss beinhaltet, dass die Lädere nach Burgdorf zieht und dort ein neues Cleantechzentrum gebaut wird.

Gleichzeitige Eröffnung

Die Regierung möchte eine Verschiebung des Geschäfts verhindern. Denn eine solche kann laut Baudirektorin Egger bedeuten, dass sich der Campus Bern um ein ganzes Jahr verzögert und erst 2027 eröffnet wird. Deshalb hat der Regierungsrat am Freitag auch das weitere Vorgehen bezüglich Burgdorf aufgezeigt. Noch vor der Junisession will die Baudirektion einen Kredit von 300'000 Franken für die Vorbereitung eines Architekturwettbewerbs freigeben.

Im Herbst 2018 soll dann der Grosse Rat über den Wettbewerbskredit befinden. Der Campus Burgdorf soll wie jener in Bern 2026 in Betrieb genommen werden. Egger: «Wir hoffen, dass diese Schritte den Grossräten als Garantie genügen und sie auf eine Verschiebung der Kredite verzichten.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 11.03.2017, 08:23 Uhr

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