Eine Stille will sich Gehör verschaffen

Die Stadtberner Grossrätin Ursula Marti soll neue SP-Präsidentin werden. Damit folgt eine stille Schafferin auf den umtriebigen Provokateur Roland Näf.

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Die Gegensätze könnten grösser kaum sein: Der abtretende Roland Näf politisiert pointiert, provokativ, bisweilen gar polemisch, ein rotes Tuch für den politischen Gegner. Seine Nachfolgerin Ursula Marti gilt als stille Schafferin, die das Rampenlicht nicht sucht und der ein respektvoller Umgang auch mit politisch Andersdenkenden wichtig ist. «Mein Stil ist anders», sagt die 48-jährige. «Doch ich bin auch sehr debattierfreudig und werde auf jeden Fall hinstehen, wann immer das nötig ist.»

Das dürfte bald nach ihrer Wahl im November der Fall sein: 2015 stehen Nationalratswahlen an, da wird die neue Präsidentin gefordert sein und Präsenz markieren müssen. «Ich freue mich auf diese Wahlen, die auch eine Plattform für unsere Themen sind», sagt Marti.

Mutter der Kita-Initiative

Die selbstständige PR-Beraterin aus der Berner Länggasse, aufgewachsen in Aarberg, war eine politische Spätzünderin, trat erst als 30-Jährige der SP bei. Der bisherige Höhepunkt ihrer Politkarriere stellte 2012 das Präsidium des Stadtrats dar. 2013 wechselte sie in den Grossen Rat, wo sie bislang nicht gross aufgefallen ist. Die nächste Karrieresprosse wird die Mutter zweiter Teenager am 5. November erklimmen – falls der Parteitag dem einstimmigen Wahlvorschlag der Geschäftsleitung folgt.

Als Stadträtin setzte sich Ursula Marti vorab für Bildungsthemen ein. Sie war eine der «Mütter» der Kita-Initiative, die einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für alle postulierte. Dahinter steckte ihr wohl wichtigstes Anliegen, jenes der sozialen Gerechtigkeit. Ein Thema, das Marti auch als Präsidentin der kantonalen SP zuoberst auf ihre Agenda stellen wird, wie sie sagt. Daneben will sie sich auf für einen «starken Service public» etwa in der Gesundheitsversorgung, in der Bildung und beim ÖV einsetzen.

Damit wird sich bloss der Stil, nicht aber der Kurs der Berner SP ändern, wie auch Ursula Marti feststellt: «Politisch unterscheiden sich Roland Näf und ich kaum.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 21.08.2014, 06:19 Uhr

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