Die Eisblume in Worb erhält auf Anhieb 14 Punkte

Was mit einem Experiment begann, ist heute etabliert: Essen in alten Gewächshäusern, in der Eisblume in Worb. Das Restaurant ist neu im «Gault Millau» – mit 14 Punkten.

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«Da werden zuerst knusprige Brötchen, Sirte-Butter, ein feines Rapsöl und Fleur de Sel gereicht. Dann ein leckerer, einem Korallenriff nachempfundener erster Gang: Gelbflossenmakrele mit Fenchel, Kaki, Limette, Seitan und Algen – und im Hauptgang überzeugende Tranchen vom Lammnierstück – das macht Freude.»

Die Testesser von «Gault Millau» rühmen das Restaurant Eisblume in Worb in den höchsten Tönen. Die Eisblume ist eines von 13 Lokalen im Kanton Bern – das einzige in der Region Bern –, die neu in den Gastroführer 2014 aufgenommen wurden. Und gleich mit 14 Punkten. «Dass wir zu unserem 10-Jahr-Jubiläum diese Auszeichnung erhalten haben, freut uns besonders», sagt Mario Caretti, Gründer und Inhaber der Eisblume. Küchenchef Simon Apothéloz (er hat seine Kochlehre im Restaurant Maygut in Wabern absolviert) meint: «Dass wir im ‹Gault Millau› 2014 erwähnt werden, wurde uns vom Gastroführer mitgeteilt. Damit aber, dass wir gleich 14 Punkte erhalten, hätten wir nicht gerechnet.»

Aus dem Experiment wurde ein permanentes Projekt

Der gelernte Dekorationsmaler Mario Caretti startete vor 10 Jahren ein Experiment in den ehemaligen Gewächshäusern der Worber Gärtnerei Hofmann: Lediglich für sechs Wochen wollte er eine Bar-Lounge betreiben. Weil die Idee Anklang fand, wiederholte der 31-jährige Caretti das Experiment ein Jahr später – um kurz darauf einen permanenten Gastrobetrieb einzurichten. 2005 stiess der gleichaltrige Küchenchef Simon Apothéloz dazu. Die Gerichte, die bis dahin extern vorgekocht wurden, konnten nun in einer kleinen Küche in der Eisblume produziert werden.

In drei alten Gewächshäusern bietet das Lokal Platz für 40 Personen. Geöffnet ist die Eisblume nur von Mittwoch bis Samstag, jeweils ab 18.30 Uhr. Gekocht wird ein sechsgängiges Menü, das komplett 133 Franken kostet, in der abgespeckten Version ab 98 Franken.

Die Eisblume wurde vor ein paar Jahren bereits ausgezeichnet, zwar nicht für ihre Küche, sondern für das Konzept. 2006 erhielt Mario Caretti mit seiner Eisblume zum zweiten Mal in Folge die (online ausgeschriebene) Publikumsauszeichnung «Best of Swiss Gastro» im Bereich Trend. Das Eisblume-Team gönnt sich derzeit Ferien. Das Lokal ist ab Mittwoch, 16. Oktober, wieder geöffnet.

Die drei Besten im Kanton: Gygax, Speth und Lindner

Die Eisblume in Worb ist eines von 26 Lokalen, die im Kanton Bern mit 14 Punkten im Gastroführer «Gault Millau» vertreten sind. Elf Restaurants wurden mit 15 Punkten bedacht, zehn mit 16, je drei mit 17 und 18 Punkten. Die gemäss «Gault Millau» drei besten Küchen im Kanton Bern mit 18 Punkten sind jene von Nik Gygax (Löwen in Thörigen), Robert Speth (Chesery in Gstaad) sowie Marcus G. Lindner (Sommet in Gstaad).

Die zwei Besten in der Stadt: Rothen und Leimbach

Die beiden Stadtberner Spitzenrestaurants, das Meridiano im Kursaal und das Schöngrün beim Zentrum Paul Klee, konnten ihren Level auf 17 Punkten behalten. «Seit 7 Jahren steht hier Werner Rothen am Herd und begeistert seine Gäste immer wieder mit neuen Kreationen», schreibt «Gault Millau» über das Schöngrün. Im Meridiano steht hingegen ein neuer Mann am Herd. Nach dem Abgang von Markus Arnold hat seit letztem August Jan Leimbach das Sagen. «Gault Millau»: «Die Gäste sind begeistert, die Tester auch.» Und Jan Leimbach auch: «Ich schätze es sehr, bereits nach drei Monaten diese Auszeichnung zu erhalten», sagt er.

Doch ganz so neu ist das 17-Punkte-Feeling für ihn auch wieder nicht. Der gebürtige Allgäuer Jan Leimbach war zuletzt im 5-Stern-Hotel Lenkerhof tätig, auch dort wurde der 39-jährige Spitzenkoch mit 17 Punkten benotet.

Berner Zeitung

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