Das Inselspital bleibt Partner – trotz Avancen aus dem Oberaargau

Könnte dem Regionalspital Emmental eine Fusion mit der Spital Region Oberaargau aus der Patsche helfen? Zumindest im medizinischen Bereich ist für die Verantwortlichen klar: Partner ist und bleibt die Insel in Bern.

Dieter Widmer möchte dem Emmental die Hand reichen.<p class='credit'>(Bild: Andreas Blatter)</p>

Dieter Widmer möchte dem Emmental die Hand reichen.

(Bild: Andreas Blatter)

«Die Diskussion kann beginnen.» Mit diesem Steilpass in Richtung Emmental hat Dieter Widmer am Wochenende ein altes Thema neu lanciert. Eben war dem Präsidenten der Spital Region Oberaargau zu Ohren gekommen, dass die Kollegen im Nachbargebiet an ihr millionenschweres Sanierungsprojekt in den Häusern Burgdorf und Langnau keinen Rappen aus dem kantonalen Spitalinvestitionsfonds erhalten. Dabei hatten sie auf einen Beitrag von nicht weniger als 47 Millionen Franken gehofft – ob nun, das liess Widmer offen durchblicken, nicht definitiv Zeit wäre, ernsthaft über ein Zusammengehen der zwei Spitalregionen zu reden?

Immerhin hätten die Oberaargauer in eine solche Hochzeit einiges einzubringen. Erst im letzten Jahr erhielten sie aus dem selben Spitalinvestitionsfonds 75 Millionen zugesprochen, mit denen sie das Spital Langenthal nun auf Vordermann bringen. Dennoch droht auch Widmer und seinen Leuten mittelfristig Ungemach, weil sich die Versicherten ab 2012 unbeschränkt auch jenseits der Kantonsgrenze behandeln und pflegen lassen können. Die nahen Kantonsspitäler im Aargau und im Solothurnischen werden dann zu einer neuen harten Konkurrenz – vielleicht liegt genau darin mit ein Grund für Widmers Avancen, denn neue Patienten aus dem Emmental wären ihm in einer solchen Situation nur willkommen.

Zuerst eine Denkpause

Und die Angesprochenen? Sie reagieren erst einmal gelassen. «Wir sind grundsätzlich in alle Richtungen offen für Gespräche», sagt die Emmentaler Spitalpräsidentin Eva Jaisli und ergänzt, dass der Bezug zum Oberaargau von der geografischen Nähe her sicher intensiver sei als zu anderen Regionen. Gleichzeitig betont sie aber: «Die Emmentaler richten sich nach Bern aus, und daran haben wir uns zu orientieren.» Wenn für die Patienten wie für die zuweisenden Ärzte die Zentrumsstadt mit ihrem sehr reichhaltigen medizinischen Angebot im Fokus stehe, dann gelte das auch für das Spital so.

Jaisli erinnert daran, dass das Regionalspital Emmental genau aus diesem Grund eine Kooperation mit dem Berner Inselspital eingegangen ist. Diesen Weg zu gehen, habe sich in der Praxis «sehr bewährt». Dem Spital würden zunehmend schwierigere Fälle anvertraut, weil man wisse, dass im Fall der Fälle das Inselspital mit seinem sehr spezialisierten Wissen bereitstehe.

Während sich das Spital in medizinischen Belangen also klar nach Bern hin orientiert, kann sich Jaisli für andere Bereiche durchaus andere Partner vorstellen. Für die Informatik zum Beispiel – festlegen will sie sich im Moment aber nicht. Nach dem Nein des Kantons zum Sanierungsbeitrag wolle der Verwaltungsrat nun eine Denkpause einlegen, sagt sie.

Berner Zeitung

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