«Das Angebot im Justizvollzug entspricht dem Gesetz»

Thomas Freytag, Leiter des Amtes für Justizvollzug, ist nicht besorgt über die Reklamationen in den Anstalten Thorberg und Witzwil.

Thomas Freytag, Leiter des Amtes für Justizvollzug.

Thomas Freytag, Leiter des Amtes für Justizvollzug. Bild: Beat Mathys

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Herr Freytag, ein Teil der Häftlinge der JVA Thorberg und Witzwil fordert besseres Essen sowie bessere Freizeit- und Arbeitsbedingungen. Wie reagieren Sie darauf?
Thomas Freytag: Das Vollzugsangebot in den Justizvollzugs­anstalten des Kantons Bern im Allgemeinen sowie die Freizeit- und Arbeitsbedingungen im Speziellen entsprechen den gesetz­lichen Anforderungen und den geltenden Standards. In der Justizvollzugsstrategie 2017–2032 weist das Amt für Justizvollzug auf die künftigen Herausforderungen hin, insbesondere auf den teilweise schlechten bau­lichen Zustand der Infrastrukturen. Mängel in diesem Zusammenhang sollen mittel- und langfristig behoben werden.

Beunruhigt es Sie, dass gleichzeitig in zwei der vier Berner JVA Unruhe herrscht?
Nein. Die Geschehnisse in der einen JVA haben mit der anderen nicht viel gemeinsam. Es handelt sich in beiden Fällen um operative Aufgaben, die durch die zuständigen Direktionen der JVA vor Ort professionell behandelt werden.

Gerade der Thorberg scheint nicht zur Ruhe zu kommen. Macht Ihnen die hohe Fluktuation beim Personal dort Sorgen?
Personalfluktuationen müssen differenziert analysiert werden. Handelt es sich um erhöhte Fluktuationen aufgrund von gehäuften Pensionierungen oder wegen eines veränderten Ar­beitsumfeldes oder weil sich die Direktionsvorgaben geändert haben? Sind es andere Gründe? Das Amt für Justizvollzug möchte auf diese Fragen möglichst repräsentative Antworten erhalten und wird aus diesem Grund eine Personalumfrage durchführen.

Entspricht die Restrukturierung mit dem umstrittenen Schichtmodell auf dem Thorberg Ihren Vorstellungen?
Die Organisation des Schicht­modells in der JVA Thorberg – so wie sie heute gelebt wird – ist breit abgestützt und anerkannt.

Bis wann sollte sich Ihrer
Ansicht nach der Unmut über die Reorganisation gelegt und die Personalsituation stabilisiert haben?
Motivierte und engagierte Mitarbeitende sind das A und O bei der Arbeit mit verurteilten Straftätern. Das Amt für Justizvollzug und damit auch die JVA Thorberg setzen sich dafür ein, dem Personal möglichst gute Arbeitsbedingungen anbieten zu können. Gleichzeitig besteht die ­Erwartung an die Mitarbeitenden, dass der strategischen Ausrichtung nachgelebt und den Führungsvorgaben entsprochen wird. Bei den Angestellten hat sich inzwischen ein gewisser Grad an Akzeptanz gegenüber der Neuorganisation eingestellt. Wir werden aber erst im Anschluss an die Personalumfrage Genaueres dazu sagen können. (Berner Zeitung)

Erstellt: 14.06.2018, 19:19 Uhr

Artikel zum Thema

Experte gibt Berner Gefängnissen gute Noten

In zwei von vier Berner Justizvollzugsanstalten beklagen sich die Häftlinge über die Bedingungen. Ist der Berner Strafvollzug so schlecht? Ein Experte attestiert den Berner Gefängnissen einen guten Standard. Mehr...

In der Strafanstalt Thorberg brodelt es wieder

Die Häftlinge auf dem Thorberg wollen erneut demonstrieren. Sie verlangen bessere medizinische Versorgung und mehr Lohn. Mehr...

Widerstand gegen die Sexzimmer

Krauchthal VIDEO Insassen der Justizvollzugsanstalt Thorberg hatten die Einrichtung eines Beziehungszimmers gefordert. Widerstand gegen das Vorhaben gibt es von der SVP. Mehr...

Service

Mitdiskutieren, teilen, gewinnen.

News für Ihre Timeline.

Kommentare

Blogs

Nachspielzeit Das besonders schöne Tor des Monats

Michèle & Friends Fremd in der eigenen Stadt

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitag um 16 Uhr Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Vier Pfoten für die Zukunft: Chilenische Polizistinnen marschieren mit den Welpen zukünftiger Spürhunde an der jährlichen Parade in der Hauptstadt Santiago de Chile. (19. September 2018)
(Bild: Rodrigo Garrido) Mehr...