Dank der Insel kein Defizit

Im ersten Jahr nach der Fusion hat die Insel-Gruppe einen Gewinn von 21 Millionen Franken erzielt. Das positive Ergebnis ist in erster Linie dem Inselspital zu verdanken, das Sorgenkind des Unternehmens ist das Tiefenauspital.

Wichtiges Zugpferd: Das Inselspital war 2016 verantwortlich für die schwarzen Zahlen der Insel-Gruppe.

Wichtiges Zugpferd: Das Inselspital war 2016 verantwortlich für die schwarzen Zahlen der Insel-Gruppe. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Stimmungslage bei den Verantwortlichen der Insel-Gruppe war am Mittwoch weitaus besser als noch vor einem Jahr. An der ­Medienkonferenz zum Rechnungsergebnis 2016 mussten sie im Unterschied zum Vorjahr keine roten Zahlen erklären. Diese waren 2015 durch die Rückstellung in Höhe von 50 Millionen Franken entstanden, die die Insel-Gruppe aufgrund eines Entscheids des Bundesverwaltungsgerichts im Tarifstreit hatte machen müssen.

Ohne diese Rückstellung hätte 2015 ein Reingewinn von 26 Millionen Franken resultiert. Fürs Geschäftsjahr 2016 weist die Insel-Gruppe einen Gewinn von 21 Millionen aus und spricht von einem erfolgreichen Jahr.

Der Start nach der Fusion von Inselspital und Spital Netz Bern ist finanziell also geglückt. Die Institutionen waren schon vorher als gemeinsame Gruppe unterwegs, der offizielle Zusammenschluss erfolgte jedoch erst auf Anfang 2016. Zur Insel-Gruppe gehören neben der Uniklinik Insel das Tiefenauspital sowie die Spitäler in Aarberg, Riggisberg, Münsingen und Belp.

Das Unternehmen führt das positive Ergebnis auf eine Steigerung der erbrachten Leistungen zurück. So sind 2016 in den Spitälern der Insel-Gruppe im stationären Bereich 1,4 und im ambulanten Bereich 8,2 Prozent mehr Patienten behandelt worden als noch 2015.

Tiefenau: «Nicht akzeptabel»

Innerhalb der Gruppe gab es jedoch massive Unterschiede. So erwirtschaftete die Insel allein einen Reingewinn von 38 Millionen Franken. Weil aber die fünf anderen Spitäler zusammen einen Verlust von 17 Millionen einfuhren, schrumpfte der Gruppengewinn auf die erwähnten 21 Millionen Franken.

Als Sorgenkind der Insel-Gruppe entpuppt sich mehr und mehr das Tiefenauspital. Holger Baumann, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Insel-Gruppe, nennt das Ergebnis des Tiefenauspitals «inakzeptabel». Damit spricht er nicht auf die Patientenzahlen an, die gestiegen sind. Vielmehr meint er die Behandlungsqualität. Eine externe Befragung der Patienten hat ergeben, dass die Unzufriedenheit mit der medizinischen Behandlung an keinem Haus der Insel-Gruppe grösser ist als im Tiefenauspital. «Generell waren die Werte an diesem Standort zu tief», so Baumann. Deshalb wolle die Insel-Gruppe reagieren. Etwa mit einer Schärfung des Profils über eine Spezialisierung des ­Angebots. (Berner Zeitung)

Erstellt: 03.05.2017, 14:31 Uhr

Verärgerter Verwaltungsratspräsident

Anfang Woche hat diese Zeitung publik gemacht, dass am Inselspital 2016 mehr Bagatellfälle behandelt wurden als noch im Jahr zuvor. Dem Artikel war zu entnehmen, dass dies den Casemix-Index (CMI), der Aufschluss über den durchschnittlichen Schweregrad der behandelten Fälle gibt, negativ beeinflusst habe.

Am Mittwoch präsentierten die Verantwortlichen der Insel-Gruppe die Zahlen fürs Geschäftsjahr 2016. Dabei machte Verwaltungsratspräsident Joseph Rohrer keinen Hehl daraus, dass ihn dieser Artikel stark verärgert hat. Er bestritt zwar nicht, dass die Zahl der sogenannt leichten Fälle an der Insel letztes Jahr steigend war. Er führte dies nicht zuletzt auf die Schliessung des Zieglerspitals zurück. Rohrer vermisste allerdings im Artikel «die Wertschätzung für die Leistungen, die am Inselspital erbracht werden». Er betonte, dass 50 Prozent aller schweren neurologischen Erkrankungen der Schweiz am Inselspital behandelt würden. Ebenso rund 30 Prozent der Opfer schwerer Verkehrsunfälle.

Zudem sei ein tiefer CMI auch Beleg dafür, dass das Inselspital sehr effizient arbeite. «Der CMI ist extrem beeinflusst von der Verweildauer der Patienten im Spital.» Die Insel habe eine tiefere Verweildauer als andere Unispitäler. «Dadurch entlasten wir den Steuerzahler und die Krankenkassen finanziell.» phm

Artikel zum Thema

Im Unispital werden immer häufiger Bagatellen behandelt

Leichtere Fälle sollten in den Grundversorgungsspitälern behandelt und erst die komplexen Eingriffe am Inselspital durchgeführt werden. Doch: 2016 stieg die Anzahl der leichten Fälle an der Insel erneut. Mehr...

Insel eröffnet OP-Säle der Zukunft

Dank drei neuen Operationssälen können die Chirurgen am Inselspital noch während des Eingriffs das Resultat überprüfen und allenfalls eingreifen. Am Dienstag wurde der OP-Bereich eingeweiht. Mehr...

Kommentare

Blogs

Gartenblog Verblühte Blumen

Foodblog Wenn Neil Young Whisky trinken würde

Die Welt in Bildern

Das andere Rote Meer: Ein 7-jähriger Besucher der Lego-Show Bricklive in Glasgow taucht in einem Becken voll Spielzeug-Steinchen ab. (20. Juli 2017)
(Bild: Jeff J. Mitchell/Getty Images) Mehr...