Bürgerliche wollen Bern zur «Lokomotive» machen

SVP, FDP, BDP und EDU haben ihre Kampagne für die Regierungsratswahlen im März lanciert. Sie wollen Bern zur «zugkräftigen Lokomotive» machen.

Christoph Neuhaus und Pierre-Alain Schnegg (beide SVP) treten im März zur Wiederwahl an.

Christoph Neuhaus und Pierre-Alain Schnegg (beide SVP) treten im März zur Wiederwahl an.

(Bild: BZ)

Die Berner Bürgerlichen haben am Freitag ihre Kampagne für die Regierungsratswahlen im März lanciert. Die 2016 errungene Regierungsmehrheit wollen SVP, FDP, BDP und EDU gemeinsam verteidigen und den Kanton Bern wieder zu einer «zugkräftigen Lokomotive» machen.

Bern dürfe nicht einfach ein «Wagen ganz hinten am Zug» sein, sagte SVP-Regierungsrat Pierre Alain Schnegg. «Gemeinsam vorwärts» lautet denn auch das Motto der bürgerlichen Wahlkampagne für die Regierungsratswahlen vom kommenden März.

Erreichen will der bürgerliche Viererblock sein Ziel unter anderem mit einer für Menschen und Unternehmen erträglichen Steuerbelastung, freiheitlichen Bau- und Energievorschriften, einer zielorientierten Gesundheitsversorgung und einem Bildungssystem, das Schüler auf den globalen Leistungswettbewerb vorbereitet, wie SVP-Parteipräsident Werner Salzmann ausführte.

Schere schliessen

Es gelte, die Schere zwischen der geringeren Finanzkraft, der hohen Leistung und der noch höheren Steuerbelastung zu schliessen, betonte Salzmann.

Die seit anderthalb Jahren regierende bürgerliche Mehrheit habe das Steuerruder eingeschlagen, nun gelte es, den Kurs zu halten und den Supertanker Kanton Bern in freie und ruhigere Gewässer zu steuern, formulierte es Finanzdirektorin Beatrice Simon (BDP). Das soeben vom ebenfalls bürgerlich dominierten Kantonsparlament geschnürte Entlastungspaket und die Steuerstrategie des Kantons seien wichtige Elemente.

Regierungskollege Christoph Neuhaus (SVP) sah ebenfalls erste Schritte in die richtige Richtung, die der Kanton getan habe. Die Raumplanung ist laut Neuhaus eine der Herausforderungen, der sich der Kanton stellen muss. Einerseits müsse der wertvolle Boden gesichert, andererseits aber auch die wirtschaftliche Entwicklung ermöglicht werden.

Etwas erreichen

Für den Sitz des abtretenden FDP-Regierungsrats Hans-Jürg Käser kandidiert der Freisinnige Grossrat Philippe Müller. «Gemeinsam wollen wir für Land und Stadt etwas erreichen», betonte Müller.

Er verfüge über langjährige unternehmerische Erfahrung, notabene in einem Unternehmen, das derzeit gerade ein neues Werk im Kanton Bern baue. «Gemeinsam mit dem Kanton konnten wir uns im harten internationalen Standortwettbewerb durchsetzen», sagte Müller. Dies wecke die Hoffnung auf weitere Firmenansiedlungen im Kanton Bern, denn die Infrastruktur sei hervorragend. Darauf könne man aufbauen. Eine Herausforderung für Wirtschaft und Gesellschaft stellt auch die zunehmende Digitalisierung dar. Diese biete mehr Chancen als Risiken, zeigte sich Schnegg überzeugt.

Wichtig sei in dieser Hinsicht eine gute Bildung und Weiterbildung. Der Kanton stehe aber diesbezüglich auf einer guten Basis und verfüge auch über ein tragfähiges soziales Netzwerk.

Wenn der Kanton Bern im digitalen Bereich vorne dabei sei, helfe dies allen, zeigte sich Müller überzeugt. Der Kanton müsse Sorge tragen zum Gewerbe, das vielen Menschen Arbeit biete, betonte Finanzdirektorin Simon.

Budget von 350'000 Franken

Die drei bisherigen Regierungsratsmitglieder und Neuling Müller treten gemeinsam zu den Wahlen im kommenden März an. Für den Wahlkampf verfügen SVP, FDP, BDP und EDU insgesamt über ein Budget von 350'000 Franken. Darin inbegriffen sind je 25'000 Franken, die die Kandidaten selber berappen.

Salzmann bezeichnete den bürgerlichen Viererblock als «Gemeinschaft der Vernunft». Jede Partei habe ihr Programm. «Da kann es auch Unterschiede geben». Doch in einem seien sich alle einig: Die bürgerliche Mehrheit in der Regierung soll verteidigt werden.

nik/sda

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