Bürgerliche holen Anlauf für Umschwung

Mit dem Slogan «UmSchwung» ziehen SVP, BDP, FDP und EDU in den Wahlkampf. Damit wollen die Bürgerlichen nach acht Jahren rot-grüner Dominanz die Regierungsmehrheit zurück gewinnen.

Die bürgerlichen Regierungsrat-Kandidatin und Kandidaten Hans-Jürg Käser, Beatrice Simon, Manfred Bühler und Christoph Neuhaus (von links) präsentierten am 5. November 2013 ihre gemeinsame Wahlkampagne.

Die bürgerlichen Regierungsrat-Kandidatin und Kandidaten Hans-Jürg Käser, Beatrice Simon, Manfred Bühler und Christoph Neuhaus (von links) präsentierten am 5. November 2013 ihre gemeinsame Wahlkampagne.

(Bild: Max Füri)

Bereits zu Beginn des Jahres kündigten die bürgerlichen Parteien den Schulterschluss für die die Regierungsratswahlen 2014 an. BDP-Präsident Heinz Siegenthaler wünschte sich einen gemeinsamen Wahlkampf mit einem Plakat und vier Köpfen. Gestern erfüllte sich der Wunsch: Gemeinsam enthüllten die Präsidenten von BDP, FDP, SVP und EDU vor den Medien das Plakat: Unter dem Schlagwort «UmSchwung» – das grosse S soll den Schwung der bürgerlichen Allianz betonen – lächeln Beatrice Simon (BDP, bisher), Hans-Jürg Käser (FDP, bisher), Christoph Neuhaus (SVP, bisher) und Manfred Bühler (SVP, neu).

Der Bernjurassier Bühler soll dem amtierenden SP-Regierungsrat Philippe Perrenoud den Jura-Sitz abjagen. Bühler betonte, dass es um mehr gehe als um eine Regionenvertretung. «Wir müssen gemeinsam die Stärken nutzen – die Konkurrenz liegt ausserhalb des Kantons.»

Seilziehen soll ein Ende haben

Damit treten neben den linken auch die amtierenden bürgerlichen Regierungsräte zur Wiederwahl an. Ihr Ziel ist es, nach nunmehr acht Jahren rot-grüner Regierungsmehrheit die bürgerliche Wende herbeizuführen. Dem ordnet die EDU ihre Eigeninteressen unter, wie Präsident Peter Bonsack betonte. «Wir verzichten auf eine eigene Kandidatur, die unseren Grossratswahllisten hätte Schub verleihen können.» Der Kanton, darin sind sich die Parteipräsidenten und die Kandidierenden einig, braucht endlich wieder eine bürgerliche Regierungsmehrheit, nicht zuletzt damit die Staatsausgaben wieder auf Kurs kommen.

Denn die Cohabitation zwischen der rot-grünen Regierungsmehrheit und dem bürgerlich dominierten Parlament kostet laut Finanzdirektorin Beatrice Simon nicht nur Nerven: «Diese Konstellation verlangsamt und verteuert die Entscheide.» Weil der Kanton im Gesundheits-, Energie- und Sicherheitsbereich vor grossen Herausforderungen stehe, vertrage es keinen Kräfteverschleiss mehr, so Hans-Jürg Käser. «Wir wollen handeln und nicht ideologische Debatten führen.»

Bühler greift Jura-Sitz an

Christoph Neuhaus betonte, dass es zwischen den bürgerlichen Parteien – namentlich zwischen SVP und BDP – keine Animositäten mehr gibt: «In unserem Viererticket herrscht ein wirklich guter Teamgeist.» Die vier Kandidierenden würden zudem mit ihrer Herkunft und ihren Qualifikationen den ganzen Kanton abdecken. «Wir kennen die Interessen des ländlichen Raumes und jene der städtischen Gebiete.» Laut SVP-Präsident Werner Salzmann haben die Bürgerlichen eigens für den Wahlkampf den Verein zur Wiederherstellung der bürgerlichen Mehrheit in der Regierung gegründet. Für den Wahlkampf rechnen die Bürgerlichen mit einem Budget von 300'000 bis 400'000 Franken.

Laut BDP-Präsident Heinz Siegenthaler wird die Kampagne im ganzen Kanton geführt. Die Kandidierenden sollen nach Möglichkeit gemeinsam auftreten. Wie einig sich die Bürgerlichen darin sind, die Kantonsfinanzen auf Kurs zu bringen, können sie in der Novembersession unter Beweis stellen, dann steht im Grossen Rat die Spardebatte an.

Berner Zeitung

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