Bolligenstrasse: Ampeln statt Kreisel

Der Grosse Rat bewilligt den 19-Millionen-Kredit für die Umgestaltung der Bolligen­strasse-Nord. Die Arbeiten ­beginnen in zwei Jahren.

Drei der vier Kreisel im betroffenen Abschnitt der Bolligenstrasse sollen im Rahmen des Ausbaus in Kreuzungen mit Ampeln umgebaut werden.

Drei der vier Kreisel im betroffenen Abschnitt der Bolligenstrasse sollen im Rahmen des Ausbaus in Kreuzungen mit Ampeln umgebaut werden.

(Bild: Archivbild/Matthias Käser)

Die Bolligenstrasse ist die Hauptverkehrsachse vom Worblental ins Wankdorf. 23 000 Fahrzeuge sind hier täglich unterwegs, insbesondere bei den drei Kreiseln nördlich von Ostermundigen bilden sich jeweils in alle Richtungen Rückstaus. Darunter leiden auch die Linienbusse, die immer mehr Mühe haben, den Fahrplan einzuhalten. Zudem sei die Strecke unfallträchtig: Innert fünf Jahren seien hier 32 Unfälle ­registriert worden, gibt die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion zu Protokoll.

Mit 102 zu 25 Stimmen und 20 Enthaltungen hat der Grosse Rat gestern Ja gesagt zur Umgestaltung der Bolligenstrasse-Nord. Das Projekt sieht vor, die drei Kreisel durch moderne Lichtsignalanlagen zu ersetzen. Weiter sind der Ausbau auf je zwei Fahrspuren pro Richtung, durchgehende Radstreifen sowie Fussgängerstreifen mit Mittelinseln geplant. Die Bauarbeiten dauern von 2020 bis 2022.

«Bisher hörten wir immer, Kreisel seien das A und O, um den Verkehr zu verflüssigen.»Hans Jörg Rüegsegger, SVP

Das Projekt kostet insgesamt 24 Millionen Franken, der Bund steuert voraussichtlich rund 5 Millionen bei. Der Kredit, über den der Grosse Rat gestern abstimmte, betrug knapp 19 Millionen.

Grüne und SVP üben Kritik

Die Meinungen gingen im Parlament weit auseinander. Der Zustand auf der Bolligenstrasse sei «unzumutbar», erklärte Bernhard Riem (BDP, Iffwil). Die Bautätigkeit im Worblental sei enorm, die Verkehrssituation müsse sich verbessern.

Für Bruno Vanoni (Grüne, Zollikofen) dagegen ist das Projekt «nicht nur eine Strassenkorrektur, sondern ein Ausbau». Der Individualverkehr werde dadurch weiter zunehmen. Hans Jörg Rüegsegger (SVP, ­Riggisberg) seinerseits erklärte: «Bisher hörten wir immer, Kreisel seien das A und O, um den Verkehr zu verflüssigen.» Nun wolle man drei Kreisel durch Ampeln ersetzen. Ob der Verkehr so wirklich flüssiger werde?

Diese Frage sei legitim, erklärte Regierungsrätin Barbara Egger (SP). Ihre Antwort: Um den Verkehr zu verflüssigen, wären bei der stark frequentierten Bolligenstrasse zweispurige Kreisel nötig. Dafür würde aber zu viel Kulturland benötigt. Deshalb ­habe man sich für Ampelanlagen entschieden, die insbesondere auch für den ÖV die beste Lösung seien.

flo/sda

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