Berner Grünliberale mischen erstmals bei Ständeratswahl mit

Die Berner Grünliberalen haben Nationalrat Jürg Grossen für die Ständeratswahlen nominiert. Damit treten sie erstmals um einen Sitz in der kleinen Kammer an.

  • loading indicator

Im Kanton Bern mischen erstmals auch die Grünliberalen bei den Ständeratswahlen mit. Der Parteivorstand hat den 45-jährigen Nationalrat Jürg Grossen nominiert, wie die GLP am Dienstag vor den Medien bekanntgab.

Der Berner Oberländer Jürg Grossen sitzt seit 2011 im Nationalrat. Als Unternehmer im Bereich der Elektroplanung sei er im Bundeshaus eine der glaubwürdigsten Stimmen für eine nachhaltige Energiewende, sagte Nationalrätin Kathrin Bertschy.

Grossen selber betonte, er verstehe seine Kandidatur keineswegs als reines Wahlkampfmittel für den Nationalrat. Vielmehr sei er überzeugt, dass er als einziger Unternehmer im Feld der Ständeratskandidaten weit über die Parteigrenzen hinaus Stimmen holen könne.

Die beiden Berner Ständeratssitze sind umkämpft. Die Bisherigen Hans Stöckli (SP) und Werner Luginbühl (BDP) treten erneut an; Konkurrenz erwächst ihnen von Nationalrat Albert Rösti (SVP), Claudine Esseiva (FDP), Grossrätin Christine Häsler (Grüne) und aller Voraussicht nach auch von Nationalrätin Marianne Streiff (EVP).

Dazu kommt Jürg Grossen, dessen Nomination noch von der Parteibasis bestätigt werden muss. Die Mitgliederversammlung wird am 5. Februar auch über die Nationalratskandidaturen entscheiden.

Dritter Nationalratssitz

Die GLP-Spitze möchte neben der Hauptliste auch eine Unternehmer- und eine Junge Liste anbieten. Obwohl der Kanton Bern ein Mandat weniger zu vergeben hat, streben die Grünliberalen einen dritten Sitz an.

Das sei ein ambitioniertes Ziel, räumte die Co-Präsidentin und Grossrätin Franziska Schöni-Affolter ein. Die Erfolge bei den jüngsten Wahlen stimmten die Partei aber zuversichtlich. Bei den Grossratswahlen steigerte sich die GLP von 4 auf 11 Sitze. Weiter hat sie 39 Gemeindeparlamentarier und ist in neun Exekutiven dabei. «Energie-Evolution» Die Unternehmer-Liste wird angeführt von Grossrat Daniel Trüssel und von Kurt Schär, dem Gründer und ehemaligen Geschäftsführer der Flyer Biketec AG. Die beiden warben vor den Medien für die Energiewende.

Diese sei eigentlich eine sich im Gang befindliche Energie-Evolution, sagte Trüssel: «Denn wer baut heute noch ein schlecht isoliertes Haus oder lässt eine Ölheizung einbauen?» Die Energie-Evolution schaffe Arbeitsplätze in der Schweiz und im lokalen Gewerbe.

Als «Versprechen für die Zukunft» sieht die Partei ihre Junge Liste. In erster Linie geht es um die Mobilisierung junger Wähler und eine breitere Präsenz im Kanton Bern. Als Fernziel haben die Jungen bereits die Berner Stadtratswahlen 2016 im Auge, wie Spitzenkandidat Maurice Lindgren sagte.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt