Bern will 100 Millionen Franken vom Bund für den Verkehr

Kanton Bern Ab 2019 erhofft sich Regierungsrätin Barbara Egger (SP) viel Geld vom Bund. Damit sollen Verkehrsprojekte in den Agglomerationen mitfinanziert werden.

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Jetzt gehts ans Eingemachte, konkret: an 100 Millionen Franken. So viel Geld erhofft sich der Kanton Bern vom Bund für seine Verkehrs- und Siedlungsprojekte in den Agglomerationsprogrammen der dritten Generation. Welche Projekte dort drin sind, hat Bau- und Verkehrsdirektorin Barbara Egger (SP) am Montag bekannt gegeben.

Insgesamt definiert der Kanton 15 neue prioritäre Wohngebiete in Bern (zum Beispiel das Gaswerkareal), Biel, Burgdorf, Köniz, Langenthal, Moutier, Muri, Stettlen, Worb, Thun und Valbirse. Dort soll das Wohnen ab 2019 gefördert werden – mit Neueinzonungen und einer guten Verkehrserschliessung, die teilweise schon vorhanden ist.

30 bis 50 Prozent vom Bund

Der Kanton hofft auf finanzielle Unterstützung vom Bund bei Verkehrsprojekten, die von 2019 bis 2022 realisiert werden sollen. Im Bereich des öffentlichen Verkehrs gehören die Tramverlängerung nach Kleinwabern und Massnahmen beim Umbau des Berner Bahnhofs zu den wichtigen Vorhaben.

Im Individualverkehr sind die Verkehrssanierung in Burgdorf und Oberburg sowie Sanierungen in Langenthal zentral. Beim Langsamverkehr liegt ein Fokus auf den Velohauptrouten in der Stadt Bern.

Der Gesamtbetrag, den der Kanton für die Agglomerationsprogramme verwenden will, war am Montag nicht in Erfahrung zu bringen. Klar ist, dass Bern sich 100 Millionen Franken für diese Vorhaben vom Bund erhofft und dass dieser Bundesbeitrag jeweils zwischen 30 und 50 Prozent des Gesamtbetrags liegt.

Und: Für alle vorgesehenen Verkehrsprojekte von 2019 bis 2022 rechnet der Kanton mit Kosten von einer Milliarde Franken. Den Grossteil davon wird der Bund komplett finanzieren, beim Kanton würden 340 Millionen Franken bleiben.

«In den letzten Jahren war der Kanton Bern äusserst erfolgreich und konnte für wichtige Projekte namhafte Mittel sichern.»Barbara Egger

Bern erhielt bislang viel Geld

Das Tram nach Kleinwabern und die Verkehrssanierung im Emmental haben – wie auch die anderen Projekte – bereits einen Planungsweg hinter sich. Es ­handelt sich um Anliegen, die aus den Regionen kommen und nun in den Agglomerationsprogrammen des Kantons zusammen­gefasst und priorisiert werden.

Projekte, die dieses Mal keinen ­Vorrang erhalten – etwa die Velobrücke in Bern – werden später zum Zug kommen. So, wie die heutigen Projekte grösstenteils in den letzten Programmen keinen Vorrang hatten.

Denn es ist bereits das dritte Paket, das die Berner Regierung beim Bund einreicht. Dank der Agglomerationsprogramme der ersten und zweiten Generation konnten zum Beispiel das Tram Bern West oder der Bypass in Thun gebaut werden. Auch für den Bahnhof Bern wurden Mittel gesprochen.

Der Kanton Bern habe in der Vergangenheit jeweils überdurchschnittlich viele Bundesgelder für diese Projekte erhalten, sagte Egger am Montag vor den Medien. Es wurden jeweils ungefähr drei Viertel der Projekte vom Bund ebenfalls als prioritär erklärt.

Der Finanzbedarf dieses dritten Pakets ist vergleichbar mit jenem der letzten Generation. Beim ÖV liegen die Kosten etwas tiefer, bei den Strassenprojekten etwas höher.

Werbung für NAF

Ende 2016 will Barbara Egger die neuen Agglomerationsprogramme nun beim Bund einreichen. Dieser wird Anfang 2019 entscheiden, welche Projekte er mitfinanziert. Auch die Regionen werden die Planungen nun vorantreiben.

Egger nutzte am Montag die Gelegenheit, Werbung für den Na­tionalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds NAF zu machen. Da der Infrastrukturfonds nahezu ausgeschöpft und zeitlich befristet sei, brauche es den NAF, um die Mitfinanzierung des ­Agglomerationsverkehrs langfristig zu sichern.

Die eidgenös­sischen Räte haben die Vorlage diesen Herbst verabschiedet, die Schweizer Stimmberechtigten entscheiden im Februar an der Urne. (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.12.2016, 06:39 Uhr

Das ist ausserhalb der Agglo Bern geplant

Ausser im Berner Jura und im Oberland-Ost hat die Regierung im ganzen Kanton Verkehrsprojekte auf die Priori­tätenliste aufgenommen.

Am meisten Verkehrsprojekte für die Jahre 2019 bis 2022 sind im Verwaltungskreis Bern-Mittelland, sprich in der Agglomeration Bern, geplant (siehe Text unten). Im Verwaltungskreis Oberland-Ost/Interlaken wurden aus der Region keine Projekte für die Agglomerationsprogramme der dritten Generation eingereicht, und im Berner Jura gibt es keine Agglomerationen.

Für die übrigen Verwaltungskreise Biel-Seeland, Thun/Oberland-West, Emmental/Burgdorf und Oberaargau/Langenthal präsentierte Verkehrsdirektorin Barbara Egger (SP) gestern eine Auswahl von Projekten.

Emmental und Oberaargau

Mit der Verkehrssanierung Burgdorf-Oberburg-Hasle stammt eines der Mammutprojekte aus dem Emmental. Die Baukosten dafür werden auf insgesamt 421 Millionen Franken geschätzt, der Grosse Rat genehmigte im September die Projektierung. Ein weiteres A-Projekt für das Emmental ist der Radweg entlang der Bahn zwischen Oberburg und Hasle.

Im Oberaargau legt der Kanton den Fokus vor allem auf die Sanierung von Knoten an der Bützbergstrasse in Langenthal. Auch die Entlastung des Stadtzentrums Langenthal mit einer Aufwertung und neuer Verkehrsführung und die Buspriorisierung Aarwangenstrasse in Langenthal fliessen in die ­Agglomerationsprogramme.

Thun und Biel

In Thun/Oberland-West hat die Sanierung der Ortsdurchfahrt an der Oberdorfstrasse in Steffisburg Priorität. Ebenso wie in Bern legt der Kanton in Thun und Biel viel Wert auf das Verkehrsmanagement: Bessere Ampelsteuerungen sollen den Verkehr in den Zentren gezielter dosieren.
In der Agglomeration Biel und Lyss ist die Busbevorzugung auf die Prioritätenliste aufgenommen worden, ebenso wie die zweite Bahnhofpassage in Biel und die Bahnunterführung Nord in Lyss. Als weiteres Projekt ist die Veloverbindung Port–Nidau–Biel Zentrum auf der Liste der Regierung aufgeführt.

Die Regionen sollen diese Projekte nun planerisch vorantreiben, damit sie umgesetzt werden können, wenn der Bund 2019 die Mittel spricht.sar

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