Bei den UMA zu sparen, ist kurzsichtig

Andrea Sommer, Leiterin Ressort Kanton, zum vom Grossen Rat bewilligten Kredit zur Unterbringung und Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden.

SVP und EDU sammeln Unterschriften gegen den vom Grossen Rat bewilligten Asylkredit von 105 Millionen Franken. Ein stattlicher Betrag, von dem über 100 Millionen Franken in die Unterbringung und Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden fliesst.

Ein stattlicher Betrag auch deshalb, weil der Kanton vom Bund jährlich fast 200 Millionen Franken für den Asylbereich erhält. Für SVP und EDU geht es deshalb nicht an, dass der Kanton für die unbegleiteten Minderjährigen noch «Luxuslösungen» oben draufpackt. Dies, zumal fast die Hälfte von ihnen zwischen 17 und 20 Jahre alt sind. Daher könne man diese Jungen, so die Forderung, in den günstigeren Erwachsenenstrukturen unter­bringen.

Stellen wir uns einmal vor, diese Jugendlichen wären keine UMA, sondern gleichaltrige Schweizerinnen und Schweizer. Da wäre man sich wohl schnell einig, dass diese auch im Alter von 17 oder 18 Jahren noch der elterlichen Fürsorge bedürfen. Und dort, wo dies nicht möglich ist, soll der Staat einspringen. Und zwar nicht mit einer Billiglösung, sondern mit einer, die dem Wohl der Kinder und Jugendlichen entspricht. Es gibt keinen Grund, fremde Kinder und Jugendliche anders zu be­handeln.

Wer das wirklich will, verrät nicht nur unsere Werte, sondern handelt zudem kurzsichtig. Denn viele dieser jungen Menschen werden in der Schweiz bleiben. Nur wenn wir sie ausbilden, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sie dereinst finanziell auf eigenen Füssen stehen. Selbst wenn einer die Schweiz verlassen muss, macht Ausbildung Sinn. Sie hilft, in der Heimat eine Existenz aufzubauen.

Besser, als bei den UMA zu sparen, wäre, zu kontrollieren, ob das Geld richtig eingesetzt wird, und zu messen, ob die Inte­grationsmassnahmen erfolgreich sind. Zudem muss es möglich sein, gegenüber jenen Härte zu zeigen, die sich verweigern. Ganz so, wie wir es auch bei unseren Kindern tun.

Berner Zeitung

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