Kanton Bern

Auch die FDP steigt ins Ständerat-Rennen

Kanton BernDie FDP lanciert eine eigene Ständeratskandidatur. Interessenten sind Claudine Esseiva, Peter Flück und Adrian Haas. Damit wird 2015 ein zweiter Wahlgang wahrscheinlich.

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Wer nicht mitmacht, bleibt unbeachtet. Die FDP-Ständeratskampagne steht zwar nicht offiziell, aber zumindest inoffiziell unter diesem Motto. Gestern stellten sich im Berner Hauptquartier Claudine Esseiva, Peter Flück und Adrian Haas als Kandidaten den Medien vor. Nominiert wird an der Delegiertenversammlung vom 5. November. Esseiva ist Geschäftsführerin der Liberalen Frauen Schweiz. Sie zog vor einem Jahr aus dem Kanton Freiburg nach Bern. Grossrat Peter Flück sass bereits einmal kurz im Nationalrat, als er für Johann Schneider-Ammann nachrutschte. Adrian Haas schliesslich leitet die Grossratsfraktion.

Sie alle wollen die zusätzliche Publizität, die eine Ständeratskandidatur verspricht, nutzen. Alle drei visieren den Einzug in den Nationalrat an. Dort verlor die FDP 2011 zwei ihrer vier Sitze. Mindestens einen wollen die Liberalen zurückgewinnen, wie gestern Vizepräsident Philippe Müller betonte. Angesichts der Tatsache, dass im Kanton Bern nur noch 25 statt 26 Sitze zu vergeben sind, ist dieses Ziel anspruchsvoll genug. Mut gibt Müller der leichte Aufwärtstrend bei den Grossratswahlen im letzten Frühjahr.

«Wettbewerb gehört dazu»

Der parteiinternen Ausmarchung schauen die drei Kandidierenden entspannt entgegen: «Wettbewerb gehört dazu», sagt die 35-jährige Esseiva. Auch der 57-jährige Flück sieht das Ganze sportlich, und Haas (54) fügt hinzu, dass eine Kandidatur, die auf einer echten Auswahl basiere, besser abgestützt sei. Andere Parteien, erinnert sei an den Wirbel bei der SVP, gingen mit dem Thema deutlich verkrampfter um.

Wieder zwei Wahlgänge

Allerdings ist auch die Ambition eine andere: Die Chancen für eine Rückkehr ins Stöckli nach zwölf Jahren Absenz stehen schlecht. Die Nationalräte Christa Markwalder und Christian Wasserfallen, die vor vier Jahren fürs Stöckli aspirierten, mögen sich auch aus diesem Grund bereits frühzeitig aus dem Rennen genommen haben. Einiges deutet darauf hin, dass neben Hans Stöckli (SP) auch Werner Luginbühl (BDP) wieder antreten wird. Damit müsste ein Bisheriger verdrängt werden.

Was mit der FDP-Ständeratskandidatur wohl aber definitiv Tatsache wird, ist ein zweiter Wahlgang wie bereits 2011. Für den ersten beabsichtigt man laut Müller eine eigene Kampagne, im zweiten werde man dann einen bürgerlichen Kandidaten unterstützen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 17.10.2014, 06:47 Uhr

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