Käser will Notrecht durchsetzen

Regierungsrat Hans-Jürg Käser (FDP) will erneut Berner Gemeinden dazu verpflichten, Unterkünfte für Asylsuchende zur Verfügung zu stellen.

Wenn Woche für Woche 100 bis 150 neue Asylsuchende im Kanton eine Unterkunft bräuchten, sei das eine grosse Herausforderung, sagte Käser<p class='credit'>(Bild: Christian Pfander)</p>

Wenn Woche für Woche 100 bis 150 neue Asylsuchende im Kanton eine Unterkunft bräuchten, sei das eine grosse Herausforderung, sagte Käser

(Bild: Christian Pfander)

Wegen der steigenden Zahl von Asylbewerbern hatte der Kanton Bern vergangenen Sommer Asylnotrecht ausgerufen. Der Regierungsrat verpflichtete in der Folge sechs Gemeinden, Räume für die Unterbringung von Asylsuchenden zur Verfügung zu stellen. Jetzt, knapp ein Jahr später, will der Kanton offenbar nachdoppeln und weitere Gemeinden zwingen, ihre Zivilschutzanlagen für Asylsuchende zu öffnen.

Dies schreibt die «Zentralschweiz am Sonntag» in ihrer gestrigen Ausgabe. Im Bericht bestätigt «ein betroffener Gemeindepräsident», Regierungsrat Hans-Jürg Käser (FDP) habe ihn vor ein paar Tagen angerufen. Um welche Gemeinden es sich konkret handeln soll, ist nicht bekannt.

Entscheidung am Mittwoch

Angesichts der zahlreichen Bootsflüchtlinge wird derzeit mit einem weiteren Anstieg der Asylgesuche in der Schweiz gerechnet. Dies spürt auch der Kanton Bern, der nach dem geltenden Verteilschlüssel 13,5 Prozent der Asylsuchenden aufnehmen muss. «Wenn der Migrationsdruck so hoch ist, müssen wir Lösungen finden», so Polizeidirektor Käser gegenüber der «Zentralschweiz am Sonntag».

Der Berner Migrationsdienst habe Woche für Woche bis zu 150 Asylsuchende, die neu ankämen und ein Bett benötigten. Diese in unterirdischen Anlagen unterzubringen, hält Käser für legitim. «Angehörige des Zivilschutzes und der Armee haben alle auch in den Anlagen übernachtet.» Er sei zuversichtlich, dass die Regierung am Mittwoch in seinem Sinn entscheiden werde.

cha

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