«Aktivgsund» hofft auf viele bewegte Leute

Aaretal, Kiesental

Der Verein aktivgsund organisiert für schweiz.bewegt in 19 Gemeinden ein Sportprogramm. Die Bewegungswoche stiess in den letzten Jahren auf mässige Resonanz. Esther Zürcher von aktivgsund äussert sich zu den möglichen Gründen.

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Esther Zürcher, letztes Jahr nahmen gerade 40 Personen aus dem Kiesental am Marsch nach Bern teil. Warum lassen sich nur wenige von schweiz.bewegt motivieren? Esther Zürcher: Vorweg: Wir freuten uns über jede Person, die mitgelaufen ist. Zur Beteiligung: Ich denke, die Kommunikation zwischen 19 Gemeinden ist nicht ganz einfach.

Wie kommuniziert der Verein aktivgsund das sportliche Angebot für die Bewegungswoche? Jeder Haushalt der teilnehmenden Gemeinden hat einen Prospekt erhalten. Aber man kriegt mit der Post so viel Material, dass es einiges braucht, damit etwas hängenbleibt.

Sie versuchen jetzt zum dritten Mal, mit schweiz.bewegt zu mehr Bewegung zu motivieren. Ja. Und langsam merken die Leute, dass es diese Bewegungswoche gibt.

Angenommen, die Beteiligung bleibt weiterhin schwach, müssten Sie da das Konzept nicht überdenken? Wir versuchen jedes Jahr, etwas zu verbessern. Aber ich bin sicher: Bessere Kommunikation motiviert die Leute zum Mitmachen. Und bekanntlich ist es ja etwas vom Schwierigsten, eingefahrene Gewohnheiten zu ändern und sich mehr zu bewegen.

Eine Studie zeigt: Zwei von drei Personen in der Schweiz bewegen sich zuwenig. Kann da ein Prospekt Gegensteuer geben? Zum Teil sicher. Zudem stellen wir fest, dass einzelne Personen auf ein sportliches Angebot zurückgreifen und dabei hängen bleiben. Damit ist ein Teilziel erreicht.

Die Angebote in der Bewegungswoche stammen vorwiegend von Vereinen. Diese haben aber schwindende Mitgliederzahlen. Heute will man sich offensichtlich nicht mehr so verbindlich festlegen wie früher.

Oder sind die Leute schlichtweg zu faul, um Sport zu treiben? Sie haben wohl eher Mühe, etwas Neues in ihr Leben einzubauen. Es braucht einen ersten Schritt und den bietet diese Bewegungswoche an.

Letztes Jahr war die Schweiz bewegt-Woche ein Duell zwischen Gemeinden. Das Kiesental sammelte mehr Bewegungspunkte als die Stadt Bern. Tatsächlich sieht es so aus, als ob sich Landbewohner besser bewegen lassen würden. Andernteils ist das Sportangebot in der Stadt viel grösser.

Wie wird der Erfolg dieser Bewegungswoche denn gemessen? Aktivgsund macht eine Statistik wieviele Bewegungsminuten die Teilnehmenden sammeln. Diese Zahlen werden dann auf der Homepage von Schweiz.bewegt veröffentlicht.

Und wie will man Nachhaltigkeit erreichen? Wir fordern die Vereine auf, neuen Mitgliedern einen Anreiz zu bieten: Entweder mit einem Rabatt auf dem Mitgliederbeitrag oder mit der Möglichkeit, in den ersten Monaten des Vereinsjahrs gratis mitzumachen. Das könnte animieren, nach der Bewegungswoche weiterhin Sport zu treiben.

Funktioniert das? Ja, wir hatten in den letzten Jahren positive Rückmeldungen.

Nächsten Samstag findet ein Sternmarsch aus den 19 Gemeinden nach Konolfingen statt. Wie viele Teilnehmende erhoffen Sie sich? Ich hoffe, dass es mehr als 150 sind. Aber das Wetter spielt natürlich auch eine Rolle.

Berner Zeitung

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