80 Prozent der Frauen im Kanton Bern sind erwerbstätig

Die Frauenquote steigt an. Ein Lohnunterschied zu den Männer bleibt. Das sagen die Zahlen der Kantonalen Fachstelle für Gleichstellung.

Frauen demonstrieren am Montag, 5. Januar 2004 vor dem Bundeshaus in Bern für die Gleichstellung. Was ist daraus geworden?

Frauen demonstrieren am Montag, 5. Januar 2004 vor dem Bundeshaus in Bern für die Gleichstellung. Was ist daraus geworden?

(Bild: Keystone)

Die Frauenerwerbsquote ist im Kanton Bern weiter angestiegen und nähert sich mit 80 Prozent jener der Männer weiter an, die bei 90 Prozent liegt. Allerdings gibt es nach wie vor einen nicht erklärbaren Lohnunterschied von durchschnittlich 547 Franken zwischen Männern und Frauen.

Diese Zahlen gehen aus Statistiken der kantonalen Fachstelle für Gleichstellung vom Montag hervor. 2012 betrug im Espace Mittelland die Differenz zwischen dem monatlichen Bruttomedianlohn der Männer und jenem der Frauen 1334 Franken. Davon lassen sich 59 Prozent oder 787 Franken erklären durch Alter, Ausbildung, Stellung, Branche und ähnliche Faktoren.

41 Prozent der Lohndifferenz sind allerdings durch das gewählte Untersuchungsmodell nicht erklärbar und weisen auf potentielle Lohndiskriminierungen hin, wie aus den Unterlagen der Fachstelle für Gleichstellung hervorgeht.

Unterschiede beim Arbeitspensum

Während sich der Abstand zwischen den Geschlechtern bei der Erwerbsquote in den letzten Jahren verringert hat, gibt es nach wie vor bedeutende Unterschiede beim Arbeitspensum. 2014 arbeiteten 57 Prozent der Frauen Teilzeit, bei den Männern waren es 14 Prozent.

Das veränderte Arbeitsverhalten von Frauen zeigt sich unter anderem in Paarhaushalten mit Kindern unter 7 Jahren. Unter den verschiedenen Familien- und Erwerbsmodellen wählt heute rund die Hälfte der Paare das sogenannte modernisierte bürgerliche Haushaltsmodell. Dabei arbeitet die Frau Teilzeit, der Mann Vollzeit.

Jugendliche gehen heute mehrheitlich in die Sekundarschule, Mädchen häufiger als Knaben. Der Anteil der Realschülerinnen und Realschüler ist in den letzten Jahren weiter rückläufig.

Beliebteste Lehrberufe sind bei den jungen Frauen Kauffrau und Fachfrau Gesundheit, bei den jungen Männern Kaufmann und Informatiker.

In der Politik harzt es

Während der Frauenanteil im Erwerbsleben kontinuierlich ansteigt, stagniert er in der Politik. Grössere Zuwachsraten wurden dort bis in die 1990-er Jahre registriert, dann kam es zu Einbrüchen.

2014 erreichte der Frauenanteil im Berner Kantonsparlament mit 51 Frauen von 160 Mitgliedern einen Höchststand. 2016 sankt der Anteil auf 45 Grossrätinnen oder 28 Prozent. Bei den Gemeinden sind 26 Prozent der Gemeinderatssitze in Frauenhand.

mbu/SDA

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