34 Huskys in Röthenbach beschlagnahmt

Der Betreiber der Huskyfarm Emmental ist einen Teil seiner Tiere los. Der Veterinärdienst des Kantons Bern hat sie am Dienstag mit Unterstützung der Polizei beschlagnahmt.

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Auf der Schyneggschwand am Schallenberg in der Gemeinde Röthenbach war es am Dienstag Nachmittag ziemlich ruhig. Ausser auf der benachbarten Wiese, da war ein Bauer am Grasmähen. Ziemlich gesittet ging es auf der ­Huskyfarm Emmental auch am Vormittag zu. Vor Ort war der Veterinärdienst des Kantons Bern, unterstützt von der Polizei und dem Kompetenzzentrum für Armeetiere und Veterinärwesen.

34 Hunde wurden beschlagnahmt und in besagtes Kompetenzzentrum der Armee mit Standort in Sand-Schönbühl überführt. Der Betreiber der Huskyfarm Emmental war nicht vor Ort. «Der Einsatz verlief ruhig und ohne Zwischenfälle», sagte Reto Wyss, Berner Kantonstierarzt, auf Anfrage.

Frist von sechs Monaten

Der gestrigen Aktion war ein mehrjähriges Tierschutzverfahren vorausgegangen. «Wir haben ein Urteil des Bundesgerichts vollstreckt», so Wyss weiter. Wir erinnern uns: Der kantonale Veterinärdienst hatte wegen Mängeln in der Hundehaltung im Dezember 2014 eine Reduktion des Bestandes auf 19 Tiere verfügt. Der Halter legte gegen die Verfügung Beschwerde ein und zog das Verfahren bis vor Bundesgericht.

Die oberste Schweizer Instanz stützte die Anordnung des Veterinärdienstes im Februar und ­gewährte dem Hundehalter eine Frist von sechs Monaten für die Reduktion. «Diese Verfügung hatte der Besitzer nicht umgesetzt, deshalb mussten wir eingreifen», erläuterte der Kantonstierarzt. Vorab wegen mangelnder Bewegungsmöglichkeiten und Mängeln in der Hun­dehaltung waren die Behörden unangemeldet auf dem Bauernhof Schyneggschwand vorge­fahren.

19 bleiben, wo sie sind

Mit dem gestrigen Einsatz wurden indes nicht alle vom Huskyfarmer gehaltenen Hunde verlegt. «Wir haben das Bundesgerichtsurteil umgesetzt und ihm 19 Hunde belassen», so Wyss, und er ergänzt ausserdem: «Die Hunde waren bei der Beschlagnahmung in gutem Zustand.»

Die Vierbeiner werden nun bis zu ihrem Verkauf von der ­Armee betreut. Zuvor gelte es aber die Besitzerverhältnisse zu klären. Der Veterinärdienst hat für Kaufinteressierte unter www.be.ch/hundevermittlung eine Website eingerichtet. «Wir werden den Betrieb zu gegebener Zeit weiter überprüfen», sagte Reto Wyss.

Keine Bewilligungen

Die Huskyfarm Emmental war in der Vergangenheit mehrfach in den Schlagzeilen. Seit 2009 lebt der Farmer mit seinen Huskys in Röthenbach. Vorher hatte er in Mamishaus Schlagzeilen gemacht, weil die Behörden dort seine illegalen Zwinger nicht länger duldeten.

In Röthenbach blieb er der Gemeinde über Jahre die Hundetaxe schuldig. Als die Gemeinde die Betreibung einleitete, tauchte wie aus dem Nichts eine Gönnerschaft auf und beglich die Schulden. Zudem richtete der Betreiber ohne Baubewilligung Bauten auf, um Gäste zu bewirten, wie auch Hundezwinger.

Damit stellte er die Gemeindebehörden auf eine gehörige Geduldsprobe. Oder anders ausgedrückt: Der Betreiber der Huskyfarm in Röthenbach ist laufend mit dem Gesetz in Konflikt. Er war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Berner Zeitung

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